Wochenrückblick 5/2014

Ich auf dem roten TeppichDas war zwar schon vorvergangene Woche, aber zum letzten Wochenrückblick hatte ich noch keine Fotos. Und wenn es keine Fotos gibt, ist es auch nicht passiert. Oder so.

Ich spreche vom Jahresempfang der DPSG München&Freising. Der fand wie üblich im Karmelitersaal statt, einer seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr als Kirche genutzten Kirche. Der Saal ist ja an sich schon sehr schön. Aber wie viel man durch ein bisschen roten Stoff und bedrucktes Papier erreichen kann, ist schon erstaunlich. Ich war auch überrascht, wie wenig 200 mundaufgeblasene Luftballons in so einem großen Saal wirken.
Karmelitersaal

In einem vergangenen Wochenrückblick habe ich schon mal auf fernsehkritik.tv verwiesen. Ich kannte das auch erst seit dem dort zitierten Beitrag. Deshalb war der Beitrag letzte Woche auch erst der zweite, den ich gesehen habe. Aber der ist wirklich sehenswert. Nicht nur, wenn man sich noch an Hans Meiser erinnern kann. Aber dann ganz besonders, denn es handelt sich um ein ausgiebiges, interessantes, unterhaltsames und recht lockeres Interview mit dem Moderator.

Vom Feiern, Fernsehen und Internet zu einer anderen schönen Freizeitbeschäftigung, dem Spielen. Genauer: dem D&D-Spielen. Unsere D&D-Runde konnte sich letzte Woche nicht persönlich treffen, deshalb haben wir mal ausprobiert, wie es ist, online zu spielen. Wir haben roll20 ausprobiert. Das ist kostenlos, außer man möchte bestimmte Premium-Features nutzen. Aber auch in der kostenlosen Variante ist die Plattform sehr komfortabel und einfach zu bedienen. Man kann Karten hochladen oder einfache Karten selbst zeichnen, und man kann sich aus dem Fundus für Monster- und Spieler-Bildchen bedienen. Während des Spiels kann man über den eingebauten Video-Chat kommunizieren (wenn einzelne Spieler keine technischen Probleme haben, wie bei uns), oder über den Text-Chat. Der eingebauten Würfelroller ist einfach zu bedienen, und wenn man sich viel Mühe gibt, kann man Dinge auch mit Makros automatisieren (was ich nicht gemacht habe, weil das Onlinespielen hoffentlich nur die Ausnahme bleiben wird).

Wo wir gerade dabei sind, meine Freizeitbeschäftigungen durchzugehen: Ich spiel ja auch Akkordeon. Ich hab mir bisher nie große Mühe gegeben, nach Videos von Akkordeonspielern auf YouTube zu suchen. Denn zu oft waren die Spieler eher dilettantisch. Wahrscheinlich tue ich damit den vielen guten Akkordeonisten auf YouTube Unrecht, die ich mit etwas mehr Suchaufwand gefunden hätte. Aber ich bin jetzt über Vsauce2 auf den Akkordeonisten Jackson Alexander Parodi gestoßen, der schon Hunderte Videos hochgeladen hat. Seine Interpretationen überzeugen mich zwar nicht immer – gerade von seiner Version von Piazzollas Libertango war ich enttäuscht (Intro zu strukturlos, Hauptteil zu lasch…) –, dafür ist seine Liedauswahl sehr interessant. Er spielt nämlich unter anderem einige Stücke aus Videospielen nach. Zum Beispiel hier aus „Zelda: the Wind Waker“:

Ich hab eigentlich noch ein bisschen was zu erzählen. Aber der Rückblick ist schon so lang… Naja, dann gibts Mitte der Woche halt noch einen Halbwochen-Rückblick… 😀

Eine Sekunde

Wahnsinn! Ich habe gerade bemerkt, dass ich vor knapp zwei Jahren eine Notiz angelegt hatte, dass ich etwas über einen Artikel auf einem anderen Blog schreiben wollte. Irgendwie ist das dann ganz in Vergessenheit geraten. Und jetzt, nach zwei Jahren, stoße ich mehr zufällig wieder darauf.

Von zwei Jahren also jetzt zu einer Sekunde. Genauer zu der Schönheit einer Sekunde, „The Beauty of a Second“.

Vor zwei Jahren hat der Uhrenhersteller Montblanc zum 190. Jubiläums der Stoppuhr einen Wettbewerb gestartet. Einreichen konnte man Videos, die eine Sekunde lang sein mussten. Es wurde über mehrere Runden ein bisschen ausgesiebt, und schließlich wurden sowohl die besten Ein-Sekunden-Clips als auch die besten daraus zusammengesetzten Ein-Minuten-Videos prämiert. Die Website des Wettbewerbs ist noch online, alternativ kann man sich auf Vimeo auch fünf solcher Ein-Minuten-Kompilationen ansehen.

Gewonnen hat diese Zusammenstellung von Alexandra Ivascu:

Radwegbenutzungspflicht

Bei uns muss man Radwege ja benutzen, wenn sie als solche gekennzeichnet sind. Allerdings nicht, wenn der Radweg irgendwie blockiert oder in unzumutbarem Zustand ist. In den USA ist das anscheinend anders. Oder zumindest sah der Polizist das anders, der dem Künstler Casey Neistat ein Ordnungsgeld aufbrummte.

Als geläuterter Staatsbürger wollte Neistat sich fortan an die Regeln halten und immer auf dem Radweg fahren, und er hielt das auf Video fest:

bike lanes from Casey Neistat on Vimeo.

(via rebel:art)

Proteste in Stuttgart

Ich habe mir gerade den ARD-Brennpunkt „Stuttgart 21 – Aufstand gegen ein Großprojekt“ von gestern Abend angesehen. Das 16-minütige Video zieht sich teilweise zwar ein wenig, ist aber dennoch sehenswert.

Etwa bei 3:22 vor Schluss wird Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, die Frage gestellt, wo der Rechtsstaat hinkomme, wenn demokratisch legitimierte Entscheidungen nichts zählen sollen. Özdemir gibt darauf genau die Antwort, die vorher schon in einer Karikatur gesehen hatte (die ich aber leider nicht mehr finde, drum müsst ihr euch das Video ansehen).

Ich verstehe bei der ganzen Sache zwei Sachen nicht. Nein, eine Sache verstehe ich nicht, und die andere gefällt mir nicht.

Was ich nicht verstehe ist, wieso diese Proteste denn erst begonnen haben, als der Umbau schon im Gange war? Gut, vermutlich gab es vorher schon Proteste, und jetzt durch den Medienrummel sind es einfach mehr geworden. Aber trotzdem kommt das irgendwie reichlich spät. Wie ich schon mal geschrieben hatte: Hier in Augsburg schafft man doch auch, Baumaßnahmen zu stoppen, vorzeitig und unblutig: indem man immer wieder Bürgerbegehren zur Neuplanung des Umbaus veranlasst.

Hier in Augsburg bei der Sache mit dem längst überfälligen Umbau des Kös und des Hauptbahnhofs bin ich zumindest klar für einen schnellen Umbau und gegen die Tunnellösung, über die wohl bald per Bürgerbegehren entschieden wird. Nicht weil ein Tunnel nicht cool wäre und bestimmt die Innenstadt entlasten würde. Nicht weil man beim Graben des Tunnels ständig auf Fundstücke aus der Römerzeit und auf Bomben aus dem zweiten Weltkrieg stoßen würde. Sondern weil Königsplatz und Hauptbahnhof endlich mal umgebaut werden müssen und weil durch die Verzögerung irgendwie die Finanzierung kippt.

Aber wie ist das bei Stuttgart 21? An sich klingt das ja ziemlich klasse: Den Kopfbahnhof mitsamt dem breiten Band von Gleisen, das die Stadt verschandelt und spaltet, unter die Erde zu verlegen. Gut, dass Kosten bei sowas immer höher ausfallen als erwartet, ist irgendwie klassisch, aber es ist ja irgendwie für einen guten Zweck. Dass die Planung der neuen Gleisstrecken nicht ganz optimal ist, mit den eingleisigen Strecken, auf denen S-Bahnen und ICEs gleichzeitig fahren müssen und so, ist natürlich idiotisch, aber war das nicht vorher bekannt? Wieso dann erst jetzt der Protest? Wo ich verstehe, dass Leute sich aufregen und sehr emotional protestieren, ist die Fällung der alten Bäume. Na gut, aber da muss man eben abwägen…


Ich wollte noch schreiben, was mir nicht gefällt. Bei manchen Äußerungen zum Polizeieinsatz bei den Demonstrationen hört man heraus, dass manche Leute sich durch die Ereignisse jetzt in ihrem Protest gegen Stuttgart 21 noch weiter bekräftigt sehen. Das ist doch Unsinn! Die Ausschreitungen haben doch erstmal nur gezeigt, wie notwendig eine eindeutige Kennzeichnung von Polizisten ist, und dass die Bundeswehr auf keinen Fall im Inneren eingesetzt werden sollte (von Katastrophenhilfe mal abgesehen).

Eurovision: Lettland, Serbien und Bosnien-Herzegowina

Dieser Artikel ist Teil 4 in der Reihe Eurovision Song Contest

Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contest rückt näher, also muss ich mich jetzt ein bisschen beeilen, wenn ich alle Kandidaten durch haben will, bevor sie gesungen haben.

Also heute zuerst mal zu Lettland. Das Video bette ich hier nicht ein, weil ich das Lied (trotz Akkordeonbonus und obwohl Aisha ab und zu recht lustig rumwackelt und komische Sachen mit ihren Augenbrauen macht) langweilig find.

Lieber gleich zu Serbien. Das Lied ist nicht schlecht. Richtig gut auch nicht, aber ich finds nicht schlecht. Das Video ist vor allem bunt und Milan Stanković und die Mädels im Hintergrund tanzen lustig… 😀

Weiter zu Vukašin Brajć aus Bosnien-Herzegowina. Klingt ein bisschen, naja, als ob man so ein Lied schon 1000x gehört hätte. Aber schlecht ist es nicht. Und wieso kommen ab Minute 2 plötzlich Leute auf die Bühne? Wahrscheinlich die Musiker und so, aber ich war zuerst schon etwas verwirrt…

Heute war die Ausbeute leider nicht so gut. Vielleicht sind die nächsten Kandidaten besser… hoffentlich.

Akkordeonmusik 1 – Ivan Hajek

Dieser Artikel ist Teil 1 in der Reihe Akkordeonmusik

Es ist schon einige Zeit her, da habe ich bei Glaserei sehen müssen, was für miese Sachen die Leute schon für gute Akkordeonmusik halten. Dass dort so prompt auf meinen Kommentar reagiert wurde, zeigt aber, dass das daran liegt, dass es die Leute nicht besser wissen.

Daher möchte ich ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten. Ich muss sagen, dass ich auch nicht so den großen Überblick habe, was gerade alles an wirklich guten Akkordeonisten auf der Welt geboten ist. Aber ich kann euch zumindest mal sagen, was alles so mein CD-Regal ziert.

Den Anfang soll Ivan Hajek machen, seines Zeichens tschechischer Straßenmusiker aus München.

Von Ivan Hajek habe ich keine CD, dafür ein Musikkassette, noch aus Kindheitstagen. Hier ein Hörbeispiel. Man findet auf Youtube noch mehr von ihm:

Wenn er doch nur nicht so rumhampeln würde… 😀

Man sagt ihm nach, dass er seit Jahren immer die gleiche Musik machen würde. Ist mir egal, mir gefällt sie. 😀

Foto von Ian Britton, freefoto.com, Creative Commons License

YouMe

Ich habe gerade bei Basic Thinking über YouMe gelesen. Eine Art Spiel, bei dem man für Geld fremde Leute auf der ganzen Welt Aufgaben zuweisen kann, die diese dann ausführen und die Ausführung per Video dokumentieren. Man kann natürlich auch die andere Seite spielen und für Geld Aufgaben ausführen.

Irgendwie musste ich dabei an unsere Zukunft denken, in denen es zwei Klassen von Menschen gibt. Die einen werden keinen Fuß mehr vor die Türe setzen, während die anderen für Geld alle nicht von zuhause erledigbaren Aufgaben der ersteren ausführen. Die ersteren werden natürlich immer dicker, und ihr Bewegungsapparat wird verkümmern. Und so weiter.

Mal abgesehen von dieser Vision, ist dieses Spiel irgendwie seltsam. Na gut, ich versteh auch nicht, wieso alle Welt Farmville spielt.

Conrad Wolfgang über Mathematikunterricht

Auf dem Wolfram|Alpha-Blog Stellt Conrad Wolfgang die Frage, ob es Schummeln ist, wenn man Wolfram|Alpha für seine Hausaufgaben einsetzt. Er beantwortet sie in unten eingebettetem Video mit der These, dass der Mathematikunterricht an sich geändert werden sollte: weg von sturem Rechnen, weg von dem, was Computer besser können, hin zu dem, was Mathematik sonst und eigentlich ausmacht.

Im Grunde stimme ich ihm da zu. Allerdings finde ich, dass man „das Handwerkszeug“, also Rechnen und das, was man sonst so in der Schule lernt, schon lernen und einigermaßen beherrschen sollte. Vielmehr sollte man vielleicht einen gesunden Umgang mit Computer-Mathematik-Programmen lernen. Denn man kann sich nicht immer blind auf die Ergebnisse verlassen. Genauso wie man nicht vergessen sollte, was Bücher sind und wie man sie bedient, um stattdessen nur noch Google zu befragen.

Ich weiß jetzt nicht, ob Wolfram genau diesen Vergleich bringt im Video, aber jedenfalls einen ähnlichen (falls ich mich nicht total täusche): Man muss nicht Assembler-Programmierung beherrschen, um Emails schreiben zu können. Klar. Der Vergleich ist aber recht schief, und würde korrekt übertragen hier bedeuten: Man braucht keine Ahnung von Aussagenlogik zu haben, um etwas ausrechnen zu können.

Wolframs Forderung, Mathematikunterricht mehr auf mathematische Modellbildung auszurichten, ist zwar ganz schön und unterstützenswert. Aber wie das bei den Schülern ankommt, die schon an einfachen Textaufgaben scheitern… Nein, ich bin nicht pessimistisch… 🙂