Barcelona ’14/3

Dieser Artikel ist Teil 3 in der Reihe Barcelona 2014

31. Mai 2014, 11 Uhr, Metro-Station Hospital Clínic

Gestern hab ich keine Zeit gefunden zu schreiben. Hoffentlich krieg ich noch alles zusammen.

Ich hab lange geschlafen, das Wetter war eh schlecht. Dann bin ich ins MNAC. Weil es regnete, hab ich den Bus genommen, der fast direkt vor dem Museum hält. Blick auf Barcelona Jedenfalls, wenn man die Haltestelle nicht verpasst.

Das MNAC selbst fand ich nicht so interessant. Viel Zeug aus Kirchen… Dafür hat man von da oben einen tollen Blick über Barcelona. Die Sonne war…

13 Uhr, Tibidabo

… inzwischen rausgekommen. Den magischen Brunnen dort oben kannte ich schon von vor zwei Jahren. Die Wasserspritz-Licht-und-Musik-Show jeden Abend sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben.

Ich hatte mich über Couchsurfing mit zwei Leuten verabredet, einem Spanier und einer Türkin. Palau Sant Jordi Eigentlich zum Kaffeetrinken, aber wir sind dann doch zum Olympiastadion und zum Mies-van-der-Rohe-Pavillon. Zwischendrin wurden wir von einem ziemlichen Regenschauer überrascht. Zum Glück in der Nähe eines Kiosks mit überdachten Sitzplätzen. So haben wir das Ganze einfach ausgesessen.

Abends gab es ein Konzert von der Band des Mannes einer Freundin des Mädels, mit dem ich vorher unterwegs war. Bis dahin bin ich noch etwas durch die Gegend gewandert. Ich bin schließlich in einem Bahnhof gelandet. Das ist ein sehr guter Ort, um Leute zu beobachten. Das junge Pärchen an der McDonalds-Kasse zum Beispiel, dessen Beziehung fast an seinem zu intensiven Blickkontakt mit der Kassiererin zu zerbrechen drohte.

Jedenfalls hab ich mich dann später im La Maceta getroffen mit den beiden Couchsurfern vom Nachmittag zum Konzert von Moon Wok. Tolle Band! Machen so Swing, oder so. Ich bin nicht besonders gut im Musik-Genre-Zuweisen… Hier ist ein anderes Konzert von ihnen auf YouTube:

Während des Konzerts lagen zwei Mädels, vielleicht 8 Jahre alt, auf dem Billardtisch und haben Schach gespielt. Oder jedenfalls das, was sie für Schach hielten. Mit ihren Regeln konnten Bauern zum Beispiel auch rückwärts ziehen.

Wochenrückblick 5/2014

Ich auf dem roten TeppichDas war zwar schon vorvergangene Woche, aber zum letzten Wochenrückblick hatte ich noch keine Fotos. Und wenn es keine Fotos gibt, ist es auch nicht passiert. Oder so.

Ich spreche vom Jahresempfang der DPSG München&Freising. Der fand wie üblich im Karmelitersaal statt, einer seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr als Kirche genutzten Kirche. Der Saal ist ja an sich schon sehr schön. Aber wie viel man durch ein bisschen roten Stoff und bedrucktes Papier erreichen kann, ist schon erstaunlich. Ich war auch überrascht, wie wenig 200 mundaufgeblasene Luftballons in so einem großen Saal wirken.
Karmelitersaal

In einem vergangenen Wochenrückblick habe ich schon mal auf fernsehkritik.tv verwiesen. Ich kannte das auch erst seit dem dort zitierten Beitrag. Deshalb war der Beitrag letzte Woche auch erst der zweite, den ich gesehen habe. Aber der ist wirklich sehenswert. Nicht nur, wenn man sich noch an Hans Meiser erinnern kann. Aber dann ganz besonders, denn es handelt sich um ein ausgiebiges, interessantes, unterhaltsames und recht lockeres Interview mit dem Moderator.

Vom Feiern, Fernsehen und Internet zu einer anderen schönen Freizeitbeschäftigung, dem Spielen. Genauer: dem D&D-Spielen. Unsere D&D-Runde konnte sich letzte Woche nicht persönlich treffen, deshalb haben wir mal ausprobiert, wie es ist, online zu spielen. Wir haben roll20 ausprobiert. Das ist kostenlos, außer man möchte bestimmte Premium-Features nutzen. Aber auch in der kostenlosen Variante ist die Plattform sehr komfortabel und einfach zu bedienen. Man kann Karten hochladen oder einfache Karten selbst zeichnen, und man kann sich aus dem Fundus für Monster- und Spieler-Bildchen bedienen. Während des Spiels kann man über den eingebauten Video-Chat kommunizieren (wenn einzelne Spieler keine technischen Probleme haben, wie bei uns), oder über den Text-Chat. Der eingebauten Würfelroller ist einfach zu bedienen, und wenn man sich viel Mühe gibt, kann man Dinge auch mit Makros automatisieren (was ich nicht gemacht habe, weil das Onlinespielen hoffentlich nur die Ausnahme bleiben wird).

Wo wir gerade dabei sind, meine Freizeitbeschäftigungen durchzugehen: Ich spiel ja auch Akkordeon. Ich hab mir bisher nie große Mühe gegeben, nach Videos von Akkordeonspielern auf YouTube zu suchen. Denn zu oft waren die Spieler eher dilettantisch. Wahrscheinlich tue ich damit den vielen guten Akkordeonisten auf YouTube Unrecht, die ich mit etwas mehr Suchaufwand gefunden hätte. Aber ich bin jetzt über Vsauce2 auf den Akkordeonisten Jackson Alexander Parodi gestoßen, der schon Hunderte Videos hochgeladen hat. Seine Interpretationen überzeugen mich zwar nicht immer – gerade von seiner Version von Piazzollas Libertango war ich enttäuscht (Intro zu strukturlos, Hauptteil zu lasch…) –, dafür ist seine Liedauswahl sehr interessant. Er spielt nämlich unter anderem einige Stücke aus Videospielen nach. Zum Beispiel hier aus „Zelda: the Wind Waker“:

Ich hab eigentlich noch ein bisschen was zu erzählen. Aber der Rückblick ist schon so lang… Naja, dann gibts Mitte der Woche halt noch einen Halbwochen-Rückblick… 😀

Katholische Kirche, was jetzt?

Kirche St. Johannis in LüneburgNach den jetzt zutagetretenden Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche müssen die ganzen Fälle natürlich untersucht, aufgearbeitet und bestraft werden.

Aber genauso muss man sich fragen, wie man dafür sorgen kann, solche Missbrauchsfälle in Zukunft einzudämmen. (Sie ganz zu verhindern ist, realistisch betrachtet, nicht zu erwarten.)

Wenn das stimmt, was ich bei Fefe gelesen habe, nämlich dass der Vatikan 1962 die Bischöfe der ganzen Welt instruiert hat, Missbrauchsfälle geheimzuhalten, und dass Ratzinger 2001 — damals als Präfekt der Glaubenskongregationin einem zweiten Rundschreiben bestätigt hat, dass dies weiterhin gelten soll, wenn das also stimmt, dann sollte zuallererst diese Geheimhaltungsweisung aufgehoben werden.

In dem Interview mit dem emeritierten Theologieprofessor Hermann Häring, von dem ich schon geschrieben habe, habe ich erfahren, dass mit den Staatskirchenverträgen den Kirchen einige Privilegien, aber auch eine gewisse Grauzone geschaffen wurde. Ich muss mir mal, wenn ich Zeit hab, durchlesen, was diese Verträge eigentlich umfassen, z.B. hier beim Institut für europäisches Verfassungsrecht der Uni Trier. Jedenfalls wäre es vielleicht an der Zeit, diese Verträge mal zu überdenken, zumal sie ja teilweise auch unter ganz anderen Voraussetzungen unterzeichnet wurden (siehe Reichskonkordat). Ich weiß auch nicht, wie sehr den Kirchen bei der Auslegung und Ausübung der Staatskirchenverträge auf die Finger geschaut wird, aber da sollte irgendeine Art von Kontrollinstanz her, falls es die noch nicht gibt.

Und drittens sollte mal ernsthaft über den Zölibat nachgedacht werden. Es wäre natürlich Unsinn, dem Zölibat die alleinige oder die Hauptschuld zuzuweisen, aber eine gewisse Mitschuld an dem Missbrauch trägt er bestimmt, denke ich — und damit bin ich nicht allein.

Foto von Manfred Hartmann Creative Commons License

[Update:] Zu diesem Thema siehe auch den Artikel bei Poised.

Mixa und die sexuelle Revolution

Unser Mixa mal wieder…

Da les ich am Mittwoch in der Süddeutschen seine Äußerungen zu den aktuellen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche (S. 6, „Mixa geißelt die Medien“; voriger Link führt zu einem ähnlichen Text). Mixa hat gesagt, dass die zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit an den Kindesmissbrauchsfällen „sicher nicht unschuldig“ sei. Kann schon sein. Vielleicht hat das die Hemmschwelle herabgesetzt. Vielleicht hat es aber auch zu einer offeneren und aufgeklärteren Gesellschaft geführt. Oder so. Wie auch immer. Diese Aussage find ich so ja ganz in Ordnung, aber zusammen mit Mixas strikter Leugnung eines Zusammenhangs zwischen Zölibat und Pädophilie wird das ganze natürlich etwas schief. Daher wurde Mixa ja auch von Kirche und Politik kritisiert.

Ich meine, man kann genausowenig einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindsmissbrauch strikt leugnen wie man klar der sexuellen Revolution die Schuld zuschieben kann. Zumal die Organisation der Kirche anscheinend ja auch sehr geübt im Verschweigen von Missbrauchsfällen ist.