Bienen und Bären

Ich weiß nicht, ob ich schon über Translation Party geschrieben habe. Bestimmt. Aber das ist immer wieder lustig. Die Idee ist, einen englischen Satz zu nehmen, ihn mit Google Translate ins Japanische zu übersetzen, das Ergebnis zurück ins Englische zu übersetzen, dann wieder ins Japanische usw., solange bis ein Fixpunkt erreicht wird.

Und was herauskommt, wenn Bienen und Bären Bier trinken, sieht man hier:

Beer can be borne by the bees.

Tarnkappe

Google macht in Streetview Häuser und Personen unkenntlich. Allerdings bringt einem das im richtigen Leben nichts, denn da ist man immer noch für alle Passanten sichtbar. Man bräuchte also ein kleines Gerät – es könnte z.B. iBlur heißen –, mit dem man sich vor den Blicken anderer schützen kann. Eine Art Tarnkappe also.

Etwas realistischer aber genauso absurd ist, was der Oxford-Professor Viktor Mayer-Schönberger vorschlägt: Ein Gerät, mit dem man Digitalkameras mitteilen kann, ob man fotografiert werden will, bzw. wie lange das Bild von einem gespeichert bleiben darf.

Aber zurück zur Tarnkappe. Wenn wir alle eines Tages wie Geordi La Forge einen Visor tragen, die Welt also nur noch durch eine elektronische Brille sehen, die uns die Sicht aufbereitet, dann wäre so etwas realisierbar. Am besten in Verbindung mit Diminished Reality, über die ich schon mal geschrieben hatte. Da müsste man nur noch eine Lösung finden, wie man verhindert, dass man ständig unsichtbare Menschen umrennt.

GEZ und Kulturflatrate

Die Diskussion um eine Kulturflatrate läuft ja jetzt schon ein paar Jährchen. Aber die kürzlich beschlossene Änderung der GEZ-Gebühren-Struktur ließ mich mal wieder darüber nachdenken. Falls es jemand nicht mitbekommen haben sollte, die GEZ wird ab 2013 geräteunabhängig erhoben, d.h. jeder Haushalt muss zahlen, egal ob ein Fernsehgerät, ein Radio, ein PC oder ein internetfähiger Toaster vorhanden ist. Siehe z.B. diesen Artikel auf Basic Thinking.

Das kommt ja einer Kulturflatrate schon irgendwie nahe. Zwar nur beschränkt auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber dennoch… Und ich muss sagen, ich finde die Idee einer Kulturflatrate gar nicht so übel — unter ein paar Voraussetzungen und Bedingungen, die ich gleich erläutern werde. Fefe schreibt auf seinem Blog dazu ganz treffend:

So machen wir das auch überall sonst, wenn es um Kulturgüter geht. Bibliotheken, Theater, Oper, Kleinkunst, das finanzieren wir alles über Steuern. Jeder zahlt das. Nur ein Bruchteil der Bevölkerung nutzt es. (Falls jetzt jemand einwenden will, dass man bei der Oper Eintritt zahlt: das bezahlt wenn es hochkommt die Putzkolonne und vielleicht noch die Heizung.) Und das ist gut so.

Denn wenn man es so macht, dass nur Leute, die es nutzen, dafür zahlen, dann haben Leute einen Anreiz, es nicht zu nutzen, weil sie glauben, dann Geld sparen zu können. Und so stürzen Leute in die Verblödung ab. Oder mal anders formuliert: in die selbstverschuldete Unmündigkeit. Das ist das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen.

Ich finde allerdings, dass die GEZ dann auch als eine Art Kulturflatrate deklariert werden sollte, oder als eine Art Steuer, und nicht als Gebühr. Aber das sind mehr Wortklaubereien.

Zwei Sachen sollte man klären, bevor es eine Kulturflatrate gibt. Nein, formulieren wir es anders: Bei zwei Dingen bin ich mir nicht ganz im Klaren, wie eine Kulturflatrate denn aussehen sollte. Und eigentlich sind das genau die zwei Dinge die eine Kulturflatrate ausmachen. Einmal der freie Zugang zu Musik und andere digitalen Kulturobjekte. Und zweitens die Vergütung der Künstler.

Was sollte denn alles von einer Kulturflatrate betroffen sein? Sämtliche Musik? Sämtliche Filme? Rückwirkend alles was bisher veröffentlicht wurde? Und sollten nur bestimmte autorisierte Download-Seiten betroffen sein, oder sämtliche Kommunikation übers Internet? Da gibt es doch eigentlich nur zwei machbare Lösungen:

  • Entweder komplett alles ist frei verfügbar über alle Kanäle,
  • oder nur (wie auch immer) ausgewählte Inhalte sind frei verfügbar über bestimmte Downloadportale.

Alles andere würde in unnötigen oder unstemmbaren Aufwand ausarten.

Die zweite Sache – die Vergütung. Irgendwie müssen die Künstler ja an ihr wohlverdientes Geld kommen. Und das ganze möglichst gerecht. Gerecht heißt hier wohl proportional zur Menge der Downloads, oder? Vielleicht gibt es noch ein besseres Modell, aber nehmen wir mal dieses an. Da haben wir gleich wieder zwei Probleme: Wie findet man heraus, wie oft ein Stück heruntergeladen wurde? Und wie verhindert man Mussbrauch?

Wie man herausfindet, wie oft ein Stück heruntergeladen wurde, hängt natürlich davon ab, welche Variante von den beiden oben genannten gewählt wurde. Wenn alle Downloadarten unter die Kulturflatrate fallen, dann helfen wohl nur irgendwelche Heuristiken zur Popularität des Künstlers und des Stücks. Wenn man Downloads nur über bestimmte Kanäle zulässt, dann lässt sich das leichter und genauer bestimmen.

Missbrauchen lässt sich das ganze aber in beiden Varianten. Wenn bekannt ist, wie die Heuristiken bestimmt werden, dann kann man auch künstlich dafür sorgen, dass ein Künstler beliebter erscheint, als er in Wirklichkeit ist, genauso wie man bspw. das Google-Ranking beeinflussen kann. Bei der zweiten Variante könnte ein „Künstler“ z.B. unzählige Stücke ohne besondere Schöpfungshöhe automatisiert erstellen, und dafür sorgen, dass sie heruntergeladen werden (Bot-Netze, Fake-Accounts, wieauchimmer). Wollte man letzteres aber verhindern, müsste man Künstler aus dem Ganzen aussperren, was aber fast Zensur gleichkommt.

Irgendwie funktioniert das in meinem Kopf noch nicht… Vielleicht finden ja aber andere Leute eine gangbare Lösung.

Lissabon: Anreise

Dieser Artikel ist Teil 1 in der Reihe Lissabon

Ich war vom 11. bis zum 16. Mai in Lissabon, weil ich mich dort an der Technischen Universität auf eine Postdoc-Stelle beworben hatte, und ich darauf eingeladen wurde, einen Vortrag zu halten. Ich bin dann noch ein paar Tage dort geblieben, wo ich schon mal in Portugal war.

Die Aschewolke hat mit gleich schon mal einen richtigen Schreck eingejagt, indem sie Teile des spanischen und portugiesischen Luftraums am Wochenende vor meinem Abflug lahmlegte. Aber am Tag vor dem Abflug war alles noch in Ordnung, und auch am Abend gegen 18 Uhr war der Flug auch noch ganz normal aufgelistet. Der Flug sollte tags drauf um 6 Uhr morgens sein.

Ich hab dann den Fehler gemacht, nach dem Katzenjammer-Konzert nochmal nachzusehen, ob mit meinem Flug alles in Ordnung ist. Da habe ich gesehen, dass mein Flug gestrichen wurde. Na supi. Da ich eigentlich keine Lust hatte, mitten in der Nacht auf gut Glück zum Flughafen nach München zu fahren, versuchte ich, jemanden von der Fluggesellschaft zu erreichen, was mich aber zu so später Stunde nur zu einer portugiesischen Bandansage führte, die ich nicht verstand.

Also bin ich dann doch auf gut Glück nach München gefahren, bzw. gefahren worden. (Danke nochmal, Kathi!) Der Kerl von TAP (der portugiesischen Fluggesellschaft), hatte wohl den besten Job an dem Tag, er schickte einfach alle Leute, die irgendwie ihren gestrichenen Flug umbuchen wollten, zum Schalter der Lufthansa. Dort wurde mir dann ein Flug über Hamburg angeboten, obwohl noch nicht klar war, ob Lissabon bis dann schon wieder offen sein würde. Aber das war mir egal, ich musste ja irgendwie nach Lissabon kommen, und ob ich jetzt in Hamburg rumhock oder in München, war mir dann auch egal…

Irgendwie kam ich dann schließlich mit gehöriger Verspätung in Portugal an, und nahm den Flughafenbus in die Stadt. Auf dem Weg wurde ich wieder daran erinnert, dass heute ja auch der Papst nach Lissabon kommt. Überall standen Polizisten herum, und die ganzen Parkplätze entlang der Straßen waren abgesperrt. Außerdem hingen von den Balkonen überall Flaggen.

Dank Google Maps kam ich dann auch am Hotel an, das leider kein kostenloses Internet hatte. Deswegen muss ich diesen und die folgenden Artikel leider im Nachhinein schreiben.

Was sonst noch am 11. Mai und den Tagen darauf geschah, gibts demnächst hier zu lesen.

Content-Aware Fill

Ich hab noch nie mit Photoshop gearbeitet. Wenn ich Bilder bearbeiten muss, benutze ich meistens Gimp, das reicht für meine Zwecke. Aber dieses Feature, über das Jeriko schreibt, ist ja mal wirklich cool. Content-Aware Fill heißt es. Schaut euch einfach mal diesen Film an. (Ganz! Es wird zum Ende hin noch beeindruckender.)

Basic Thinking schreibt auch darüber. Das beruhigt mich. Ich war mir nämlich nicht wirklich sicher, ob das nicht nur ein Scherz ist. Der 1. April rückt näher… Aber die Bildbearbeitungs-Software hat schon riesige Fortschritte gemacht. Ich war kürzlich auch sehr überrascht, wie gut die Gesichtserkennung und -zuordnung von Picasa funktioniert.

Googles Vorschläge

Auf Basic Thinking findet sich eine Liste der Vorschläge, die Google bringt, wenn man einzelne Buchstaben ins Suchfeld eingibt:

A – Amazon
B – Bild
C – Cinemaxx
D – Das Örtliche
E – eBay
F – Facebook
G – GMX
H – H&M
I – IKEA
J – Jappy
K – Kino.to
L – Leo
M – MeinVZ
N – Neckermann
O – Otto
P – Postbank
Q – Quelle
R – Routenplaner
S – SchülerVZ
T – Telefonbuch
U – Uhrzeit
V – Vodafone
W – Web.de
X – Xing
Y – YouTube
Z – ZDF

Mit Googles Vorschlägen kann man schon einigen Spaß haben. Gebt doch beispielsweise mal „Meine Freundin“ ein und lest euch die Vorschläge durch. Weitere lustige Vorschläge gibts zum Beispiel bei seo-united, gulli und betabuzz.

Conrad Wolfgang über Mathematikunterricht

Auf dem Wolfram|Alpha-Blog Stellt Conrad Wolfgang die Frage, ob es Schummeln ist, wenn man Wolfram|Alpha für seine Hausaufgaben einsetzt. Er beantwortet sie in unten eingebettetem Video mit der These, dass der Mathematikunterricht an sich geändert werden sollte: weg von sturem Rechnen, weg von dem, was Computer besser können, hin zu dem, was Mathematik sonst und eigentlich ausmacht.

Im Grunde stimme ich ihm da zu. Allerdings finde ich, dass man „das Handwerkszeug“, also Rechnen und das, was man sonst so in der Schule lernt, schon lernen und einigermaßen beherrschen sollte. Vielmehr sollte man vielleicht einen gesunden Umgang mit Computer-Mathematik-Programmen lernen. Denn man kann sich nicht immer blind auf die Ergebnisse verlassen. Genauso wie man nicht vergessen sollte, was Bücher sind und wie man sie bedient, um stattdessen nur noch Google zu befragen.

Ich weiß jetzt nicht, ob Wolfram genau diesen Vergleich bringt im Video, aber jedenfalls einen ähnlichen (falls ich mich nicht total täusche): Man muss nicht Assembler-Programmierung beherrschen, um Emails schreiben zu können. Klar. Der Vergleich ist aber recht schief, und würde korrekt übertragen hier bedeuten: Man braucht keine Ahnung von Aussagenlogik zu haben, um etwas ausrechnen zu können.

Wolframs Forderung, Mathematikunterricht mehr auf mathematische Modellbildung auszurichten, ist zwar ganz schön und unterstützenswert. Aber wie das bei den Schülern ankommt, die schon an einfachen Textaufgaben scheitern… Nein, ich bin nicht pessimistisch… 🙂

Bezahlinhalte im Internet

Über Carta stieß ich auf ein sehr sehenswertes Video-Interview mit dem Schweizer Verleger Urs Gossweiler zum Thema „Bezahlinhalte im Netz“. Die zwanzig Minuten des unten eingebetteten oder im Hauptstadtblog zu findenden Videos lohnen sich gesehen zu werden, auch wenn man sich erst mal an den schweizer Akzent gewöhnen muss.

Es geht in dem Interview um Zeitungen und deren Online-Versionen. Die wesentliche Aussage von Gossweiler ist es, dass es nicht funktioniert, Leute für Online-Inhalte von Zeitungen bezahlen zu lassen, da sie bei den Printausgaben ja auch nicht die Inhalte bezahlen, sondern die Druck- und Lieferkosten, während die Inhalte im Print über die Werbung finanziert werden. Ziemlich am Ende des Interviews bringt Urs den folgenden schönen Vergleich: Wenn Google für seine Suchmaschine Geld verlangen würde, ein Abonnement einführen würde, vielleicht auch nur für bestimmte, exklusive Inhalte, und vielleicht auch nur für 1 Cent im Monat, dann wäre Google in 3 Monaten nicht mehr die größte Suchmaschine im Netz. Wenn es also Google nicht schafft, für Inhalte Geld zu verlangen, wie sollen das andere schaffen?

Gut, es ist ein Vergleich, und Vergleiche hinken, und dieser Vergleich hinkt sogar auf mehreren Beinen. Aber ich finde ihn dennoch gut. Allerdings ist diese Diskussion auf Zeitungen beschränkt, und Gossweiler räumt ein, das das etwa für Magazine so nicht gilt.

Wie ist das denn mit der Werbung im Internet? Ich klicke nicht (zumindest nicht absichtlich) auf Werbung im Internet. Das heißt, Werbung erreicht mich nur unbewusst, oder wenn sie geschickt plaziert ist. Geschickt plaziert ist sie, wenn man sie entweder nicht gleich als Werbung erkennt oder wenn sie einem unweigerlich ins Auge springt. Letzteres ist schrecklich anzusehen und wirkt oft unseriös. Ersteres erinnert mich an die Fernsehzeitschrift, die meine Eltern abonniert haben. Dort ist ab und an dem Titelblatt ein zweites Titelblatt vorgeheftet, das das gleiche Bild trägt, in dem die Schlagzeilen aber durch Werbebotschaften ersetzt sind. Das hat mich schon manches Mal ein bisschen verwirrt…

Ohne den Bogen wieder zu Internetwerbung zurückschlagen zu wollen, hier noch das Video. Und jetzt muss ich weiter an meiner Dissertation arbeiten…