Heute vor sechs Jahren: Shanghai

Heute vor sechs Jahren bin ich für eine Konferenz nach Shanghai geflogen. Neben dem Vortrag, den ich dort gehalten habe, hatte ich auch ein bisschen Gelegenheit, mir die Stadt anzuschauen.

Wen interessiert, was ich damals so gebloggt habe, kann das hier nachlesen.

Seitdem war ich ein paar mal in Prag. Was ich mich jetzt frage, ist: Welches Gebäude ist hässlicher? Der Oriental Pearl Tower in Shanghai oder der Fernsehturm von Prag?

Oriental Pearl Tower in Shanghai
Oriental Pearl Tower in Shanghai
Fernsehturm Prag
Fernsehturm Prag

Wochenrückblick 5,5/2014

Beim letzten Wochenrückblick hatte ich zu viel Material, deshalb hier ein Halbwochenrückblick mit den liegengebliebenen Sachen.

Ich habe auf meiner Toilette immer alte Zeitschriften liegen, die ich nicht zuende lesen konnte, bis die jeweils neue Ausgabe rauskam. Unter anderem die vierte Ausgabe des Spiegel aus diesem Jahr. Darin hab ich was ganz interessantes gelesen. Es wurde nämlich die Situation vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs verglichen mit der aktuellen Situation vor der Chinesischen Küste. China ist in diesem Vergleich in der Rolle des Deutschen Reichs damals, die USA heute sind das Vereinigte Königreich von damals. Nur die Rolle der USA von damals ist unbesetzt, die Rolle des Lands, „das mit seinem späten Eingreifen den Krieg entscheidet und dabei Sieger wie Besiegte hinter sich lässt“ (Spiegel 4/2014, S. 50).
Ich hab darüber ein bisschen nachgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass deshalb alles darauf hindeutet, dass wir Besuch von Auserirdischen bekommen werden, die dann die Rolle der USA vor dem Ersten Weltkrieg einnehmen. Ganz genau! 😀

Aber nun zu was lustigerem. Wissenschaft! Habt ihr vom Festival of Bad Ad Hoc Hypotheses gehört? Wenn nicht, dann seht euch dieses Video an. Dort hält Zach Weiner im Rahmen dieses BAH!-Festivals am MIT einen Vortrag über seine Kinderpultationshypothese, wie man das wohl auf Deutsch nennen könnte. Diese Theorie erklärt einiges darüber, wieso die Evolution unsere Babies so aussehen hat lassen, wie sie eben aussehen.

Über den Item Shop bin ich auf etwas gestoßen, was ich bisher nicht kannte, was sich aber anscheinend doch einiger Beliebtheit erfreut auf YouTube: Lieder auf Gebärdensprache. MissCherry vom Item Shop versucht sich in ihrem ersten solchen Video mit Radioactive von Imagine Dragons. Ist sicher noch ausbaufähig, und wenn man sich die anderen Gebärdensprachenliedervideos so ansieht, hat sie da einige Konkurrenz, aber ich fand die Idee an sich sehr interessant, zumal sie neu für mich war.

So, das wars, was noch von letzter Woche liegengeblieben war.

Alphabete

Wann hast du das letzte Mal einen Brief geschrieben? Nicht am Computer oder der Schreibmaschine, sondern ganz altmodisch mit der Hand. Ich glaube, bei mir war es vor anderthalb Jahren die Kündigung meines Mietvertrags in Augsburg. Entweder hatte ich kein Druckerpapier mehr oder keine Druckertinte. Aber das soll nicht das Thema sein.

Wir verlernen vielleicht nicht zu schreiben, weil wir nur noch am PC oder Smartphone kommunizieren, aber die Sprache beeinflusst das auf jeden Fall. Zucke nur ich jedesmal innerlich zusammen, wenn jemand „lol“ sagt oder „wtf“? Sagt, nicht schreibt. Aber das soll auch nicht das Thema sein.

Ich habe vor ein paar Wochen in der Süddeutschen gelesen, dass die Chinesen ihre Schrift in zunehmendem Maß nur noch passiv beherrschen, da schriftliche Kommunikation dort wie hier immer mehr über Computer und Smartphones abläuft. Und dort werden die chinesischen Zeichen üblicherweise über ihre Pinyin-Umschrift eingegeben. Man gibt also sozusagen in lateinischen Buchstaben ein, wie das Wort klingt, und dann bekommt man die chinesischen Zeichen angezeigt, die darauf passen, und braucht nur noch das richtige auszuwählen.

Irgendwie erinnert mich das an die Autokorrektur von Smartphones. Verlieren wir dadurch unsere Rechtschreibkenntnisse? Hoffentlich nicht.
Das Problem mit der Rechtschreibung kommt doch meistens daher, dass die Zuordnung der Aussprache eines Worts zu seiner Schreibweise nicht eindeutig ist. Also, dass beispielsweise das Wort „Musik“ genausogut „Muhsiek“ geschrieben werden könnte.
Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt je irgendwo ein Alphabet gegeben hat, in dem wirklich alle vorkommenden Laute eindeutig einem Buchstaben zugeordnet waren. Üblicherweise hat man ja das Alphabet aus einer anderen Sprache übernommen und angepasst. Unser Alphabet ist ja (bis auf ß, ä, ö und ü) das lateinische Alphabet, das die Römer von den Etruskern hatten, deren Alphabet auf dem Griechischen basiert, die sich wiederum bei den Phöniziern bedient haben, usw…

Wie auch immer. Ich wollte ja über die Chinesen schreiben. Was spräche denn für die Chinesen dagegen, die alten Schriftzeichen abzuschaffen und aufs lateinische Alphabet mit der Pinyin-Umschrift umzusteigen? Ja, ok, man schafft nicht so einfach einen jahrtausendealten Teil seiner Kultur ab. Aber praktischer wäre es. Und in der Regierungsform wohl auch durchsetzbar…

Shanghai

Es soll ja einen ganzen Tourismuszweig geben, der Schauplätze von berühmten Romanen oder Filmen bedient (z.B. für Twilight). So ganz kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Andersherum dagegen finde ich das ganz interessant, wenn in einem Roman Schauplätze vorkommen, an denen ich schon mal war.

Zum Beispiel in Frank Schätzings Buch Limit, das ich gerade lese. Dort besucht eine illustre Gruppe von Leuten den Mond. Ach nein, falscher Handlungsstrang. Shanghai, da war ich schon.

Jedenfalls wurde in Schätzings Buch eine Achterbahn auf dem World Financial Center gebaut, dem (zumindest momentan) mit knapp 500m höchsten Gebäude Chinas und dritthöchsten der Welt. Mit Looping durch das Loch in der Spitze, die dem Turm den Namen Flaschenöffner eingebracht hat. Das und die Beschreibung Shanghais ist natürlich viel interessanter, wenn man die Stadt schonmal gesehen hat. Aber andersherum – ich weiß nicht…

Freiheitsschonend

Fefe hat gestern auf die schaurig-schöne Formulierung der CSU hingewiesen, „die Entwicklung neuer freiheitsschonender Technologien zur Früherkennung krimineller Bedrohungen“ könne „einen Beitrag zur Balance von Freiheit und Sicherheit im Internet bieten“.

„Freiheitsschonend“ – das ist ja fast so schön formuliert, wie Chinas „harmonische Gesellschaft“.

Wohin kann man noch gehen?

In welches Land kann man denn noch guten Gewissens gehen, wenn einem in Deutschland die Grundrechte abhanden gekommen sind, oder wenn man aus anderen Gründen das Land verlassen will, z.B. weil man woanders eine interessante Arbeitsstelle gefunden hat?

Nach China kann man nicht gehen, wenn man dort schon wegen jeder nur annähernd Regimekritischen Äußerung Gefahr läuft eingesperrt zu werden. Siehe das kürzliche Urteil gegen Liu Xiaobo. Bei PEN America finden sich Lius Äußerungen, deretwegen er zu 11 Jahren Haft verurteil wurde. Außerdem würde ich in einem Land, in dem universitäre Prüfungsergebnisse gelegentlich nicht von der Leistung der Studenten abhängen sondern von oben vorgegeben werden, nicht an einer Universität arbeiten wollen.

Nach Italien kann man auch nicht gehen, wenn dort mit Berlusconi die Pressefreiheit abhanden kommt.

Großbritannien verbietet sich ebenfalls, bei der ganzen Videoüberwachung. Und war da nicht noch die Geschichte, wo sich Leute polizeilich registrieren lassen mussten, die irgendwas mit Kindern zu tun haben, was insbesondere dazu führte, dass Eltern ihre Kinder nicht auf den Spielplatz begleiten durften, ohne vorher bei der Polizei vorstellig zu werden. Vielleicht war es auch nicht die Polizei, wo man hin musste, ich weiß es nicht mehr genau.

Und die USA erst — ein Land, das bis vor kurzem noch gefoltert hat, und das weiterhin die Todesstrafe verhängt und ausführt. Nein, lieber nicht.

Die Schweiz mit ihrem Minarettverbot. Und überhaupt diese ewige Neutralität, die einen richtig sauer machen kann. Dazu siehe folgendes Video:

The Daily Show With Jon StewartMon – Thurs 11p / 10c
Oliver’s Travels – Switzerland
www.thedailyshow.com
Daily Show
Full Episodes
Political HumorHealth Care Crisis

Norwegen fängt Wale.

Spanien mit seinem Stierkampf.

Was bleibt einem denn noch?

Shanghai 6

Dieser Artikel ist Teil 6 in der Reihe Shanghai

Ich hab noch eine Sache gefunden, bei der uns die Chinesen voraus sind, bzw. eine gute Idee, die ich hier noch nie gesehen habe. Dort wird einem, wenn man im Restaurant seine Jacke über seinen Stuhl hängt, diese mit einem Überzieher-Teil abgedeckt, damit keine üblen Gerüche oder herunterfliegenden Suppen hinkommen.

Wenn man mal von den vielen Wolkenkratzern absieht, hat Shanghai eigentlich keine wirklichen Sehenswürdigkeiten. Nur den Yu-Yuan-Garten könnte man nennen. Der ist wirklich schön, und obwohl nicht groß durchaus geeignet, sich darin zu verirren.Im Yu-Yuan-Garten

Das soll nicht heißen, dass Shanghai nicht sehenswert wäre. Aber wenn ich nochmal nach China kommen sollte, würde Shanghai nicht unbedingt auf meiner Reiseroute liegen (außer um einen Freund zu besuchen, der seit ein paar Monaten dort arbeitet, was ich allerdings erst erfahren hab, als ich schon wieder daheim war).

Shanghai 4

Dieser Artikel ist Teil 4 in der Reihe Shanghai

Heut ist die letze Nacht im Hotel Shangri-La, morgen gehts in die Jugendherberge. Schade, ich hätte mich daran gewöhnen können. Heute war ein sehr schöner Tag. Nach den Vorträgen war ich mit Anna im Yu-Garten, in einem der alten Wohnviertel, die sich noch inmitten der Hochhäuser gehalten haben und in einem wunderschön gemütlichen Teehaus.

Ich hab vor nicht allzulanger Zeit mal etwas über in Shanghai im Fernsehen gesehen. Genauer gesagt, etwas über den Straßenverkehr hier. Darauf dachte ich, mein Gott, wie soll ich hier jemals über die Straße kommen? Aber jetzt, wo ich hier bin, muss ich feststellen, das das hier eigentlich wirklich sehr angenehm ist für Fußgänger. Solange man die wichtigste Regel beachtet „Pass auf Taxis, Busse und Zweiräder auf!“, kann man hier eigentlich jederzeit sicher und ohne allzusehr aufpassen zu müssen über die Straße gehen. Das würd ich mich in der Form in Deutschland nie trauen.

Aber lustig ist es irgendwie schon, dass es hier an größeren Kreuzungen dann doch Verkehrspolizisten braucht, damit es zu keinem Chaos kommt.

Heut hab ich meine Kamera wieder hier, drum gibt es ein Foto vom Oriental Pearl Tower, dem hässlichsten der großen Gebäude in Shanghai. Irgendwie ist der Turm aber doch zum Wahrzeichen der Stadt avanciert.
Oriental Pearl Tower
Dabei gäbe es so viele andere tolle Hochhäuser, wie das Flaschenöffner-Hochhaus, die Leuchtende Blüte, das Hochhaus-Gerüst/Gerüst-Hochhaus usw… Weitere Fotos werden folgen.

Shanghai 1

Dieser Artikel ist Teil 1 in der Reihe Shanghai

Ich bin in Shanghai. Der Flug war zwar anstrengend und verspätet aber ansonsten recht ereignislos. Wegen der Verspätung ist es jetzt allerdings auch etwas später geworden. Es ist hier bald 2 Uhr in der Nacht, und morgen um 8 muss ich im Konferenzzenrum sein, das angeblich nur 5min zu Fuß von meinem Hotel entfernt sein soll. Das glaub ich nicht. Zumal hier eh überall gebaut wird, sodass man sich schon zweimal nicht zurechtfindet. Es gäb so viel zu erzählen… vom Hotel… von dem wenigen, was ich bisher von der Stadt gesehen habe… aber ich geh lieber ins Bett und belasse es bei dem ersten Foto, das ich gemacht hab, gleich nachdem ich aus der Haltestelle des Transrapid raus bin.
Erster Blick auf Shanghai
Ab morgen gibts mehr. Hoffentlich ist dann auch das Wetter besser, sodass ich schöne Fotos machen kann.