Wochenrückblick 3/2014

Gargyle (oder Groteske?)Lesen bildet. Auch im Internet. So hab ich letzte Woche, als ich Wil Wheatons Blog las, gelernt, dass man mit dem Begriff Gargyle zu freigebig umgeht und eigentlich nur solche Figuren den Namen Gargylen tragen dürften, die auch zum Wasserablauf dienen. Die anderen Figuren nennt man Grotesken.

Wil WheatonApropos Wil Wheaton. Wer ihn nicht kennt: Er hat in „Star Trek: The Next Generation“ Wesley Crusher gespielt. Ich hoffe, ich tue ihm nicht allzu Unrecht, wenn ich behaupte, dass er danach nichts vergleichbar großes mehr gemacht hat. Damit meine ich nicht, dass er nichts gutes mehr gemacht hat. Ganz im Gegenteil. Er hat seither sehr viel gemacht: weiter geschauspielert (z.B. in verschiedenen Independentfilmen oder in Serien wie Eureka, The Guild oder The Big Bang Theory); Charakteren in Zeichentrickserien und Computerspielen seine Stimme geliehen (z.B. Family Guy oder GTA: San Andreas); Bücher geschrieben; und einiges mehr…

Und die paar Sachen, die ich von und mit ihm kenne, sind wirklich nur zu empfehlen.

Da wäre zunächst mal sein Blog. Dort schreibt er über seine Arbeit und sein Leben, aber sehr offen und persönlich. Und das macht es so interessant. In seinem letzten Blog-Beitrag hat er beispielsweise erst ein bisschen was von der Therapie gegen seine Depressionen erzählt. Und dann schildert er, wie er in der Brettspiel-Abteilung eines Geschäfts von einem Kunden erkannt und zögerlich gebeten wird, dem Kunden eine Kaufempfehlung zu geben (zu Wils Verbindung zu Brettspielen komme ich gleich), und wie stolz Wil das gemacht hat.

Was ich von Wheaton auch regelmäßig anschaue, ist seine Serie Tabletop, in der er Brettspiele vorstellt, indem er sie mit ein paar Freunden vor der Kamera spielt. Kling langweilig. Ist es aber (meistens nicht).
Also, kurz gesagt: Es lohnt sich, mal hin und wieder nachzuschauen, was der Kerl grad so macht. 🙂

Was sich auch lohnt, auch wenn es nichts mit Wil Wheaton zu tun hat, sind der Podcast Alternativlos und der Blog von Fefe. Über Alternativlos hatte ich schon vor einiger Zeit von der Journalistin Gaby Weber gehört und der Geschichte mit Mercedes-Benz in Argentinien. Das ist jetzt letzte Woche wieder in mein Aufmerksamkeitsfeld hochgepoppt durch einen Blogeintrag von Fefe, in dem er auf eine Folge von Fernsehkritik.tv verweist. Anschauen! Sehr interessant!

Wo wir gerade bei unangenehmen Dingen sind: Ich habe mich letzte Woche aus meiner Wohnung ausgesperrt und mir blieb dummer- und teurerweise nichts anderes übrig als den Schlüsseldienst zu rufen. Mir war ja klar, dass man Türen sehr einfach öffnen kann. Aber so schnell und mit so einfachem Werkzeug… Nicht schlecht.

Aber lieber zu was angenehmem: Ich kann mich erinnern, dass schon mal so Karten durchs Internet gegeistert sind in der Art „Europa aus der Sicht der USA“, wo dann eben die Länder Europas nicht mit ihren Namen beschriftet waren sondern damit, was der stereotype Amerikaner eben über das Land denkt. Ich weiß nicht mehr genau, ob es wirklich „Europa aus der Sicht der USA“ war, jedenfalls hab ich damals nur zwei oder drei solcher Karten gesehen. Davon gibt es aber noch deutlich mehr. Und das ganze gibt es auch in Buchform. Das kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste. Hab ja in nicht allzulanger Zeit Geburtstag… 🙂

Bild der Gargyle (oder Groteske?) von Florian Siebeck unter CC-Lizenz.
Bild von Wil Wheaton von Gage Skidmore unter CC-Lizenz.

Argentinien ’13 #8

Dieser Artikel ist Teil 21 in der Reihe Argentinien

30. März 2013

Am 30. März haben wir dann eine kleine Tour durch Reñaca und Viña del Mar gemacht. So eine Tour, wo man von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit gefahren wird, kurz was erzählt bekommt und dann sich kurz umsehen kann. Da hat man zwar nicht so viel Zeit, dafür kommt man schnell viel rum.
Und man trifft interessante Leute. Zum Beispiel den Chilenen, der ständig irgendwelche Lieder vor sich hin sang und dessen Frau am liebsten jeden der Souvenir-Stände leergekauft hätte, was ihren Mann wiederum tierisch genervt hat… 😀

Bestimmt war noch mehr, aber so ohne Fotos ist das immer schwer, sich zu erinnern.

31. März 2013

Und schon mussten wir zurück nach Santiago, um wieder nach Buenos Aires zu fliegen. Dort gabs dann ein leckeres Asado bei Caros Dad. Dabei gabs eine interessante Diskussion zu Busfahrplänen. Ich hatte ja irgendwann schon mal geschrieben, dass an den Bushaltestellen in Buenos Aires meistens nicht steht, wo die Busse hinfahren, von einem Fahrplan ganz zu schweigen. Caros Halbschwester (oder Stiefschwester?) war aber andersherum bei ihrem Besuch in Deutschland ganz überrascht, dass an den Haltestellen hier Fahrpläne hängen, teilweise sogar elektronische Anzeigen, wann der nächste Bus kommt. Sie und der Rest der Familie konnte das kaum glauben und nicht wirklich verstehen, wie das funktionieren soll… wie so ein Fahrplan denn stimmen kann… 😀
Naja, zwei verschiedene Welten irgendwie.

Argentinien ’13 #3

Dieser Artikel ist Teil 16 in der Reihe Argentinien

26. März 2013 (Forts.)

Wo habe ich letztes Mal aufgehört? Ach ja: Die Präsidentin von Argentinien war am Flughafen von Buenos Aires, weswegen die Sicherheitskontrollen strenger waren. Und ich hatte Schlüssel und Handy in der Hosentasche, als ich durch den Metalldetektor ging.

Ich werde kurz abgetastet und kann durch, ohne meine Taschen zu leeren. So viel zu den strengeren Kontrollen. Das Handy hätte ja alles mögliche sein können…
Caros Kommentar dazu: Die wollen wahrscheinlich, dass der Präsidentin was passiert…
Sehr beliebt ist Christina Kirchner zumindest in Buenos Aires nicht.

Wir kommen jedenfalls in Chile an und fahren zum Hotel. Dort weiß niemand was von den schon bezahlten drei Nächten. Das ist auch kein Hotel, sondern viele von verschiedenen Leuten vermietete Apartments mit einer gemeinsamen Rezeption. Wie auch immer, die wissen nichts davon, dass wir schon bezahlt haben.

Zum Glück bin ich mit Caro hier, denn an der Rezeption steht ein Schild, auf dem steht, dass das Personal kein Englisch spricht und man sich mit Fragen doch direkt an den wenden soll, bei dem man gebucht hat. Ansonsten sind die beiden Männer an der Rezeption aber auch nicht sehr hilfsbereit. Der eine isst nur, und der andere spielt nur an seinem Handy. Wenn man (also Caro) was sagt, dann sucht der ältere von den beide kurz nochmal nach unserer Reservierung, findet nichts und isst dann weiter…

Nach einer Stunde oder so (es war Nacht und ich hatte mich nicht umziehen können, seit ich zwei Tage vorher in München losgeflogen bin, da mein Koffer in Madrid liegengeblieben war) – eine Stunde später jedenfalls, kommen wir mit der „Hilfe“ der Rezeptionisten zu dem Schluss, dass wir für die Nacht eben in ein anderes Apartment ziehen. Mir egal, ich will mich umziehen und schlafen…

Na toll, das Nummernschloss meines Koffers lässt sich nicht öffnen. Das war bei meinem letzten Argentinienurlaub auch schon so. Hat sich mal wieder das Schloss verstellt… Nummernschlösser sind schon eine dumme Erfindung. Bei zwei Kollegen von mir hat sich die Kombination bei den Kensington-Schlössern ihrer Laptops auch mal verstellt. Die Schlösser ließen sich dann aber durch ein bisschen Ruckeln auch so entfernen. (So viel zur Sicherheit von Kensington-Schlössern, aber ich schweife ab…)

Diesmal hatte sich das Schloss nicht nur um eine Ziffer verstellt, sondern so richtig. Aber nach ein paar Minuten Durchprobieren hatte ich es auf – und musste feststellen, dass meine Kamera und Geld fehlten. Ich will jetzt von niemandem hören, dass ich meine Kamera und vor allem das Geld nicht im Koffer hätte lassen sollen… 😀

Aber wenigstens konnte ich frische Kleidung anziehen und endlich schlafen…

Argentinien ’13 #2

Dieser Artikel ist Teil 15 in der Reihe Argentinien

26. März 2013

Da mein Koffer in Madrid liegengeblieben war und heute gegen 11 Uhr gebracht werden sollte, war mein Plan auszuschlafen und auf den Koffer zu warten. Ich hätte mich sowieso gerne umgezogen, bevor ich das Haus verlasse. Caro hatte mich schon vor der Unpünktlichkeit der Argentinier gewarnt, aber irgendwann um 13 Uhr wurde ich dann doch nervös, denn am Abend ging schon der nächste Flug, nämlich nach Chile.

Deshalb rief ich bei Iberia an. Die haben zwar gesagt, ich soll nicht anrufen, die würden sich bei mir melden, aber egal… Dummerweise musste man dort einem Computer die Claim-Nummer sagen, die ich am Flughafen erhalten hatte. Der erkannte sie aber weder auf Englisch noch auf deutsch. Vielleicht hätte ich im Spanischunterricht doch besser aufpassen sollen… Aber zum Glück war ja Caro da und hat für mich dort angerufen.

Nach viel Telefoniererei konnte Caro der Iberia zumindest mitteilen, dass der Koffer dringend vor 17 Uhr geliefert werden muss. Als es 17 Uhr wurde, war der Koffer immer noch nicht da. Na gut, ich musste los Richtung Chile. Gerade als ich aus Caros Haus raus bin, kommt der Bote mit meinem Koffer. Wirklich gutes Timing! Eine Minute später und ich wäre schon weg gewesen.
Der Bote will keinen Nachweis sehen, ob das auch wirklich mein Koffer ist. Praktisch… Schnell zum Bus-Terminal, weiter zum Flughafen.

Die Präsidentin von Argentinien ist am Flughafen, oder wird am Flughafen sein, wie auch immer. Jedenfalls gibt es heute strengere Kontrollen. Als ich durch die Sicherheitskontrolle gehe, habe ich noch Handy und Schlüssel in den Hosentaschen.

Wie wird es weitergehen? Werde ich festgenommen und des versuchten Präsidentenmords angeklagt? Ihr werdet es bald erfahren…

Argentinien ’13 #1

Dieser Artikel ist Teil 14 in der Reihe Argentinien

Dieses Jahr war ich wieder in Argentinien. Und wie letztes Jahr habe ich wieder ein Reisetagebuch geführt, das ich nach und nach hier einstellen werde. Im Unterschied zum letzten Jahr hab ich diesmal nur Stichpunkte aufgeschrieben, die ich jetzt hier märchenhaft mit Worten füllen werde, oder so…


25. März 2013

Es ging früh am Montagmorgen los. Ich musste erstmal noch Geld holen, da Caro (das Mädel, das ich in Buenos Aires kenn) mir einiges ausgelegt hatte und ich meine Schulden in Euro begleichen wollte. Die Argentinier dürfen ja nur sehr eingeschränkt Fremdwährungen wechseln, deshalb freut man sich dort sehr über Euros oder Dollars.

Da DriveNow es inzwischen auch möglich gemacht hat, sich ein Auto in der Stadt zu leihen und es am Flughafen abzustellen, hab ich das mal ausprobiert und bin mit dem Auto zum Flughafen gefahren. Dummerweise ist dann das Navi ausgefallen. Naja, zum Flughafen hab ich auch so gefunden. Aber es war nicht nur das Navi ausgefallen, sondern auch mehr von der Elektronik, denn ich konnte den Wagen nicht mehr verschließen. (Das sollte nicht das einzige bleiben, was auf dieser Reise schieflaufen sollte…)

Egal, ich musste zum Flieger.

Im Flieger von München nach Madrid gab es eine nette Episode: Eine Dame um die 50 saß in der Notausgangreihe und wusste nicht, dass man dort keine Taschen im Fußraum haben darf. Die Stewardess hat sie dann darauf aufmerksam gemacht. Dummerweise sprach die Dame nur Deutsch und die Stewardess nur Spanisch und Englisch. Daraufhin sagte die Stewardess, die Dame müsse sich vom Notausgang weghocken, wenn sie die Stewardess nicht verstehen kann, was die Dame aber natürlich nicht verstanden hat.
Als sie sich dann mit Hilfe eines anderen Passagiers (ich glaube, der Sohn der Dame) verständigt hatten, setzte sich die Dame schließlich unter lautstarkem Protest um und verstaute ihre Tasche im Fach.

Der Flug nach Madrid hatte etwas Verspätung, dadurch musste ich zügig weiter zu meinem Anschlussflug nach Buenos Aires. Erschrocken musste ich feststellen, dass dort keine Bildschirme in den Vordersitzen eingebaut waren. Ich hätte doch wieder mit British Airways fliegen sollen statt mit Iberia… Naja, ich hab genug zum Lesen dabei, dachte ich mir.

Es wurden aber trotzdem Filme gezeigt, man konnte sie sich halt nur nicht aussuchen. Die Filmauswahl war auch ganz gut: Lincoln, Life of Pi, Twilight. Die ersten beiden habe ich verschlafen. Twilight habe ich dann stumm angeschaut und eigene Dialoge dazu erfunden. Waren vermurlich besser als die Originaldialoge.

Nur wenige Stunden später kam ich in Buenos Aires an. Das Fingerabdruckabgeben und so weiter verlief diesmal recht schnell. Dafür ist meine Tasche in Madrid liegen geblieben, vermutlich wegen der Verspätung, denn einem weiteren Münchner Passagier erging es ebenso. Aber mir wurde versprochen, dass die Tasche am nächsten Tag gegen 11 Uhr zu Caro gebracht würde.

Nachdem die Immigration diesmal so schnell ging, musste ich diesmal dafür für den Zoll ziemlich lang anstehen, was ohne Gepäck etwas dämlich ist. Aber was will man machen…

Ich schnappte mir ein Taxi und fuhr zu Caro. Diesmal erwischte ich einen Taxifahrer, der, nachdem ich ihm gesagt hatte, dass ich kein Spanisch spreche, nicht wie sonst üblich trotzdem versuchte, sich mit mir auf Spanisch zu unterhalten. Dafür hat er zu den Liedern im Radio mitgesungen. Und mich irgendwann gebeten, die Türen zu verriegeln, als wir an einer Ampel halten mussten. Seltsam, dabei kam mir das Viertel gar nicht so gefährlich vor…

Fortsetzung folgt…

Argentinien 13

Dieser Artikel ist Teil 13 in der Reihe Argentinien

Recoleta, Buenos Aires, 16:00, 26.11.2012

Meine Schreibdisziplin hat ganz schön nachgelassen, oje…

Recoleta, Buenos Aires, 18:00, 26.1.2012

Sorry, wurde unterbrochen.
Ok, wo hab ich aufgehört zu erzählen?

Als ich von Iguazú zurückkam, war Caro gerade bei ihrem Vater. Dort hab ich einen leckeren Burger und Eis zur Stärkung bekommen. Außerdem noch ein paar Sightseeing-Tips von Caros Stief- (oder Halb-?)Schwestern.

Ich hab mir dann das Museo Nacional de Bellas Artes angesehen. Danach sind wir nach San Telmo gefahren und haben uns bei sehr leckerem Essen eine Tangoshow angesehen.

Gestern sind wir dann mit dem Touristen-Hop-on-Hop-off-Bus durch die Gegend gegondelt. Caro wollte das, obwohl sie aus Buenos Aires kommt, auch mitmachen.
So ein Sightseeing-Bus ist eine gute Sache, auch wenn die Erklärungen selten zum richtigen Zeitpunkt kamen, und auch wenn einem Astor Piazzollas Adios Nonino nach der tausendsten Wiederholung schon etwas zum Hals raushängt… Dabei ist das so ein tolles Lied!

Heute früh hab ich noch den Rest der 24h des Touristenbustickets ausgenutzt und bin nach La Boca gefahren. Das ist richtig schön runtergekommen, das Viertel (und teilweise wohl auch recht gefährlich). Dafür ist Caminito (eine Straße in La Boca) umso schöner.
Bunt, voller Leben und Künstler und Touristen und Musik und Tango…

Den letzten Abend werden wir jetzt noch in Palermo verbringen.


Und da enden meine Aufzeichnungen. Aber ich flieg bald wieder nach Argentinien. 😀

Argentinien 11

Dieser Artikel ist Teil 11 in der Reihe Argentinien

Hotel Tropical, Iguazú, 10:00, 24.11.2012 (Forts.)

Aber nun zu den wirklich wichtigen Dingen, die die letzten beiden Tage passiert sind.

Vorgestern war ich auf der Argentinischen Seite des Iguazú-Nationalparks. Der ist UNESCO-Weltkulturerbe und inzwischen eines der Weltnaturwunder. Und die vielen Wasserfälle, kleine, große und riesige, die man da sehen kann, sind auch wirklich atemberaubend.
Iguazú-WasserfälleCaro hatte eine Tour für mich organisiert, sodass ich bequem am Hotel abgeholt, zum Park gebracht und dort durchgeführt wurde. Also, es war keine wirklich geführte Tour, sondern man wurde als Gruppe irgendwohin geführt, und dann hieß es: „Ihr habt anderthalb Stunden Zeit. Hier gibt es das und das zu sehen. Wir treffen uns dann wieder hier.“
Das war ganz gut so. Ich hätte bei der Hitze auch gar nicht den Nerv gehabt, mir Gedanken zu machen, wie ich denn den Park erkunde.
Wenn man allerdings etwas Zeit mitbringt und sich schon an das subtropische Klima gewöhnt hat, dann lohnt es sich wohl schon, den Park auch mal auf eigene Faust zu erforschen.

Iguazú-WasserfälleIn der Tour war auch das Gran Aventura enthalten, das Große Abenteuer. Das war erst eine Fahrt auf nen Truck durch den Park mit Erklärungen zu Flora und Fauna. Dann stiegen wir auf Motorboote um und fuhren den Fluss unterhalb der Wasserfälle hoch zu den Fällen. Das allein war schon amüsant genug, weil es ziemlich rasant die Stromschnellen hoch ging. Aber die Aussicht auf die Fälle von unten und von Nahem war auch klasse!
Zu guter Letzt gab es noch ein paar Duschen. Das Boot fuhr nämlich ein paar mal unter die Fälle hinein, sodass alle patschnass wurden. Sehr gute Sache bei dem Wetter! Bei der „Gran Aventura“-Tour lohnt es sich also, zu schauen, dass man in einem Boot mit weißbekleideten Mädels landet.

Iguazú-WasserfälleGestern ging es dann auf die Brasilianische Seite. Die ist lange nicht so berauschend wie die Argentinische, aber wenn man schon mal da ist, dann nimmt man das halt auch noch mit. Außerdem hat es gestern den ganzen Tag geregnet. Schlecht für die Fotos und gruslig, was man da dann alles sehen muss durch weiße Oberteile und Hosen… Dafür war das Essen in Brasilien sehr gut. Und es gab auch Guaraná… lecker!

Eigentlich sollte man meinen, dass ich dieses Jahr schon genug Wasserfälle hatte, nach Island.
Nächstes Jahr muss ich irgendwo hin, wo es keine Wasserfälle gibt!

Argentinien 10

Dieser Artikel ist Teil 10 in der Reihe Argentinien

Boeing 737, Aeroparque, Buenos Aires, 12:30, 21.11.2012 (Forts.)

Am Flughafen warteten dann ewig lange Schlangen auf mich. Ich hab schließlich die richtige gefunden und mich brav angestellt. Allerdings wurden die Iguazú-Passagiere irgendwann rausgezogen, weil der Flug schon bald ging… vielleicht hätte ich früher losfahren sollen… Aber es hat schließlich alles geklappt

Hotel Tropical, Iguazú, 18:30, 22.11.2012

Ich habe heute Caros Handy verloren. Sie hatte mir ihr altes gegeben, damit sie mich kostenlos anrufen kann und ich im Notfall günstig sie anrufen kann. Aber jetzt ist es weg… Muss mir heute früh in der Hotellobby aus der Tasche gerutscht sein, oder später im Bus in den Iguazú-Nationalpark…

So was blödes. Zu allem Überfluss funktioniert auch noch das WLAN im Hotel für mich nicht mehr. Das heißt, ich bin kommunikativ gerade auf die Hotel-PCs eingeschränkt, wenn ich nicht teuer von meinem Handy aus telefonieren oder SMSen will. Wenigstens sind die Hotel-PCs (bzw. der Hotel-PC, denn es funktioniert nur einer) kostenlos.

Hotel Tropical, Iguazú, 10:00, 24.11.2012

Lange nicht geschrieben… Was ist passiert?

Gute Nachricht erstmal: Caros Handy ist wieder aufgetaucht. Ich hatte es tatsächlich im Bus verloren. Zweite gute Nachricht: Das Hotel-WLAN ging irgendwann wieder. Sehr wichtig!

Argentinien 9

Dieser Artikel ist Teil 9 in der Reihe Argentinien

Boeing 737, Aeroparque, Buenos Aires, 12:30, 21.11.2012

Gestern Abend war ich dann noch im Shamrock, einem netten a… Nein, ich war nicht im Shamrock, denn da war nichts los. Ich war im El Alamo. Jedenfalls sehr nett aber recht laut. Vielleicht kam es mir nur so laut vor, weil ich Kopfweh hatte (wahrscheinlich vom vielen Laufen in der Sonne). Deshalb bin ich auch recht bald wieder gegangen.

Heute früh bin ich zum Aeroparque gefahren, dem Inlands-Flughafen, weil ich die nächsten Tage in Iguazú bin. Das mit dem Busfahren ist hier so eine Sache. Es ist so ziemlich unmöglich, herauszufinden, welchen Bus man wo nehmen muss, um irgendwo hinzukommen, außer man fragt sich durch (oder kennt einen Ortsansässigen). Ok, es gibt wohl auch einen Gesamtfahrplan, den man kaufen kann. Aber jedenfalls steht an den Haltestellen oft nur die Linie, nicht einmal die Richtung.

Wenn man dann wirklich richtig steht und den Bus herangewunken hat (die Busse sind übrigens praktischerweise farbcodiert), dann kommt die nächste Schwierigkeit: das Bezahlen.
Die Einwohner haben meistens so eine Karte, die sie einfach nur hinhalten müssen (und mit der die Fahrt auch nur gut die Hälfte kostet). Wenn man sich aber eine Einzelfahrt kaufen muss, braucht man zwei Pesos, passend und in Münzen. (Zwei Pesos sind übrigens etwa 35 Cent. Busfahren ist also sehr billig hier.) Und das ist gar nicht so einfach, an Münzen zu kommen. Meist sind die Preise eh so rund, dass man nur Scheine rauskriegt, zumal es auch 2-Pesos-Scheine gibt. Dadurch wird Einkaufen zu einer echten Schatzjagd, und die gefundenen Münzen hortet man am besten, bis man wieder Bus fährt.

Alternativ kann man natürlich auch Geld wechseln, was z.B. problemlos an den zahlreichen Kiosken möglich ist. Das habe ich heute früh gemacht und musste dabei leider den wunderbar ranzigen und zerfledderten 2-Pesos-Schein weggeben, den ich zu gerne als Andenken behalten hätte…
Aber so konnte ich wiedermal eine erfolgreiche Konversation auf Spanisch führen: „Hola! Habla Inglés?“ – „No.“
Der Kioskbesitzer hat aber dann doch verstanden, was ich wollte.

Zum Thema Geld gibts noch was bemerkenswertes zu erzählen. Die Argentinier dürfen nämlich kein Geld in Fremdwährungen wechseln. Nur wenn sie nachweislich ins Ausland reisen werden, können sie beantragen, wechseln zu dürfen. Die Menge, die sie an Devisen bekommen, wird aber von oben bestimmt und ist oft weniger als erhofft. Diese Regelung dient dazu zu verhindern, dass Leute ihre Ersparnisse in Dollars retten, und ist eines der vielen Dinge, wieso viele die Präsidentin hassen.
Diese Regelung führt auch dazu, dass hier Leute auf der Straße anbieten, Dollars in Pesos zu tauschen, so wie man andernorten Drogen oder sexuelle Dienstleistungen angeboten bekommt.

Zurück zur Busfahrt. Ich bin dummerweise zu weit gefahren, weil ich wegen einer Baustelle den Flughafen nicht gesehen habe. Also mit dem Taxi zurück, kostet ja fast nichts.
Also, das Verhältnis der Taxipreise zu den Buspreisen ist hier etwa so wie bei uns. Aber wenn eine Busfahrt nur 35 Cent kostet, kann man sich auch eine Taxifahrt leisten.

Argentinien 8

Dieser Artikel ist Teil 8 in der Reihe Argentinien

Recoleta, 14:00, 20.11.2012

Heute ist Generalstreik in Buenos Aires. Hier in Recoleta merkt man davon allerdings nichts. Nur das Museum, in das ich gehen wollte, hatte leider geschlossen. Mal schauen, was ich stattdessen mache.
Der Japanische Garten wollte mich nicht reinlassen, weil er den 100-Pesos-Schein (ca. 16€) nicht wechseln konnte. Dann halt nicht… wenn die so ihre Besucher vergraulen wollen… selber schuld.

PLaza de Mayo, 18:00, 20.11.2012

Faszinierend! Eigentlich merkt man nicht wirklich was von dem Streik (wenn man nicht gerade fliegen oder zugfahren will), aber trotzdem hatte heute alles zu, was ich mir anschauen wollte. Das Museo Nacional de Bellas Artes. Das Museo Botica del Ángel. Sogar das Café London City. Das liegt in der Nähe des Plaza de Mayo, an dem sicherlich einige Protestaktionen stattfanden. Da war auch die Glastüre zerbrochen und mit Holz verrammelt. Ob das von heute ist? Vielleicht waren eine der Forderungen auch günstigere Kaffeepreise.