Wochenrückblick 33/2015

Letzte Woche gabs mal wieder ein paar „interessante“ Stellen im Münchner Straßenverkehr.

Einmal eine Stelle, wo man als Radfahrer baustellenbedingt die Straße kreuzen musste an einer Stelle, wo zwar extra für diesen Zweck Autoampeln angebracht waren aber keine Radfahrerampel. Das führt dazu, dass man entweder die Straße kreuzt, wenn die Autos grün haben aber gerade nichts kommt (gefährlich, weil die Autos ja grün haben und nicht damit rechnen, dass da ein Radfahrer kreuzt), oder dass man die Straße kreuzt, wenn die Autos rot haben (gefährlich, weil die Autos jederzeit grün kriegen und einen überseen könnten).

Dann hab ich zum ersten Mal eine Radfahrer-Drück-Ampel gesehen. Bisher kannte ich nur Ampeln, wo man als Fußgänger drücken muss, um grün zu bekommen. Diese Fußgängerdrückampeln sind als Radfahrer manchmal etwas seltsam, weil man laut Beschriftung ja nicht drücken muss, sich aber nicht sicher sein kann, ob überhaupt grün wird, wenn man nicht drückt. Da gibts in Augsburg so eine Ampel, wo ich vermute, dass das so ist. Ich konnte es nie herausfinden, weil immer ein Fußgänger kam und gedrückt hat.

Aber ich wollte ja was zu der Radfahrer-Drück-Ampel in München sagen. Die war an einem Radweg, wo es keinen Gehweg daneben gibt. An sich ja eine gute Idee, die Ampel für Radfahrer mit so einem Drücker zu steuern. Nur sollte man den Drücker dann auch so anbringen, dass man auch hinkommt, ohne abzusteigen. Der Drücker ist nämlich nicht nur vom Radweg aus nicht erreichbar, sondern man kommt mit dem Rad überhaupt nicht hin, weil der Bereich um den Pfahl erhöht ist, mit nem Bordstein und so.
Muss man halt versuchen, mit seiner Luftpumpe den Drücker zu erreichen.

Aber es gab auch gute Nachrichten. Am Nockherberg ist seit einiger Zeit eine Baustelle. Deshalb wurden der Gehweg und der Radweg behelfsmäßig und etwas beengt um die Baustelle herumgeführt. Bisher war das so, dass der Gehweg und der nicht benutzungspflichtige Radweg umgewandelt wurden in einen benutzungspflichtigen gemeinsamen Geh- und Radweg. Das heißt, bisher musste man als Radfahrer durch den schmalen Behelfsweg fahren. Jetzt haben sie zum Glück den Behelfsweg zu einem reinen Gehweg gemacht, sodass man auf der Straße fahren darf.

Aber jetzt ist das Wetter ja eh schlecht, das heißt, ich werde erst mal kein Rad mehr fahren.

Auf YouTube hab ich gelernt, dass das Periodensystem, wie man es kennt, vielleicht falsch ist:

Irgendwann hab ich mal beim Arzt in einer Zeitschrift was gelesen über einen Taschendieb, den man für Parties buchen kann und der dann dort die Leute unterhält, indem er ihnen die Armbanduhr vom Handgelenk klaut, während er mit ihnen plaudert. Das war glaub in den USA. Jetzt hab ich bei Deutschlandradio Kultur von der Gilde der ehrlichen Taschendiebe gehört. Die machen wohl auch so etwas ähnliches. Den Beitrag gibts hier:

Wochenrückblick 39/2014

Da ich letzte Woche krank war (ganz gesund bin ich immer noch nicht), hab ich nicht so viel gemacht, außer mit matschigem Kopf rumzuhängen. Daher als Lückenfüller erstmal etwas, was ich mich schon länger frag. Muss man als Fahrradfahrer denn Fahrradampeln beachten, wenn man sie gar nicht sehen kann, weil sie sich hinter einem befinden, z.B. nachdem man abgebogen ist.

Letzte Woche hab ich hier einen Podcast verlinkt, in dem ich interviewt wurde. Diese Woche gibt es einen Podcast, in dem über mich gesprochen wurde. Der ist schon älter, aber ich bin erst letzte Woche dazugekommen, ihn anzuhören.
Darin wird unter anderem behauptet, ich hätte Phantasie, und ich hätte einen großen Plan, wohin meine D&D-Kampagne führen wird. Wie naiv… 😀

Bis zum 1. Oktober ist noch Zeit, eine Indiegogo-Kampagne zu unterstützen, die zum Ziel hat, einen Steampunk-Animationsfilm zu produzieren. Die Kampagne ist bereits mit über 350000$ erfolgreich. Das ganze sieht sehr erfolgversprechend aus. Unter anderem haben sie einige frühere Disney-Zeichner an Bord, und ansonsten auch sehr hochkarätige Leute. Wer also noch etwas Geld übrig hat, hier ist es sicher gut angelegt.

Wochenrückblick 27/2014

So viel gibts diesmal nicht zu erzählen, weil ich die Hälfte der Woche krank war und sehr viel geschlafen hab.

Dafür möcht ich hier mal eine Frage aufwerfen, die mich schon einige Zeit beschäftigt. Es gibt hier in München (und sicher anderorts auch) viele Radwege, die nicht benutzungspflichtig sind. Also Radwege ohne Radwegschild, wo man es sich aussuchen kann, ob man auf der Straße fährt oder auf dem Radweg.
Wenn ich nun auf der Straße fahre, muss ich dann trotzdem die Radfahrerampel beachten?

Es gibt hier in München nämlich mehrere Kreuzungen, wo die Radfahrerampel deutlich früher auf Rot schaltet als die normale Ampel. Müsste man als Radfahrer die Radfahrerampel beachten, würde das bedeuten, dass man für Autofahrer völlig überraschend im fließenden Verkehr an der grünen Ampel anhalten müsste.

Deshalb hätte ich vermutet, dass man in dem Fall nicht die Radfahrerampel sondern die normale beachten muss, weil das sonst zu gefährlich wäre. Andererseits würde das bedeuten, dass man die rote Radfahrerampel umgehen könnte, indem man schnell vom Radweg auf die Fahrbahn wechselt, was auch nicht ganz ungefährlich ist.

Es gibt wohl ein altes Urteil des OLG Celle, dass die Radfahrerampel immer gilt, egal wo man fährt. Dass man also auf der Fahrbahn anhalten müsste, wenn die Radampel rot und die Autoampel grün zeigt. Das Internet spuckt dazu auch Fälle aus, wo diese Rad-Ampel eine Fußgänger-Drück-Ampel ist. Die Radampel schaltet also nur auf grün, wenn ein Fußgänger den Knopf gedrückt hat. Wenn man also als Radfahrer auf der Straße steht, muss man dort stehenbleiben und warten, bis ein Fußgänger auch über die Straße geht… 😀 Oder er steigt ab, lässt sein Rad auf der Straße stehen, geht zur Ampel, drückt und steigt wieder auf…

Da fällt mir ein, in Augsburg gabs an einer Kreuzung auch so eine Ampel. Da war der Radweg zwar benutzungspflichtig, aber es war eine Drückampel. Man hat nur dummerweise vom Radweg aus den Knopf nicht erreichen können. Gut, klar, man könnte den einen Meter über den Fußweg zum Knopf fahren. Aber das darf man doch nicht. Außerdem stand bei dem Knopf „Fußgänger bitte drücken“. Betrifft also mich als Radfahrer nicht.
Ich hab immer versucht, das auszusitzen, also abzuwarten, wie lange ich an der Ampel stehen muss, wenn ich nicht den Knopf drück, den ich erstens nicht erreichen kann und der zweitens nicht für mich gedacht ist. Dummerweise kamen aber immer Fußgänger und haben gedrückt…

Wie auch immer. Oben genanntes Urteil ist schon älter und die Staßenverkehrsordnung wurde inzwischen geändert. Ich weiß also nicht, ob das Urteil noch Bestand hätte. Ich hab mal kurz in die Straßenverkehrsordnung reingeschaut, und wenn ich das richtig interpretier, muss man als Radfahrer Radampeln nur beachten, wenn man auch auf einem Radweg fährt.
Das wurde also wohl in einer der Änderungen inzwischen klargestellt.

Eine andere Frage ist, was man denn tun muss, wenn man auf dem Radweg fährt, aber nur eine Fußgängerampel da ist. Ich glaube, ich hatte darüber schon mal geschrieben. Der betreffende Teil der Straßenverkehrsordnung ist nämlich etwas widersprüchlich, und der ADFC sagt sogar, dass man diese Passage deshalb eigentlich ignorieren dürfte und tun kann, was man will. 😀

An der Technischen Uni von Lissabon

Dieser Artikel ist Teil 3 in der Reihe Lissabon

Ich hatte mich auf eine PostDoc-Stelle an der Technischen Uni von Lissabon beworben,genauer am Centre for Applied Mathematics and Economics, und wurde eingeladen, einen Vortrag zu halten. Das war überhaupt der Grund, weshalb ich nach Lissabon geflogen bin.

Also habe ich mich am Mittwoch, 12. Mai, auf den Weg gemacht von meinem Hotel zur Uni. Natürlich hab ich mich prompt verlaufen. Aber damit hatte ich gerechnet, und hatte genug Zeit eingeplant.

Auf dem Weg kam ich vorbei am Parlament. Und an einem interessanten Stellengesuch, das an einer Ampel hing. Leider hab ichs nicht fotografiert. Da hieß es, aus dem Gedächtnis zitiert und leicht verkürzt:

Programmierer sucht Job.

Computer-Kenntnisse: C++, Java, PHP

Sonstige Kenntnisse: Kann auch mit Kettensäge umgehen.

Wie auch immer, ich kam dann schließlich an der Uni an. Das Gebäude, in dem das Mathe-Institut untergebracht ist, war früher eine Radiostation, was man noch an den On-Air-Lämpchen über einigen Räumen sehen kann…

Nach einem sehr leckeren Mittagessen in einem Restaurant in der Nähe habe ich dann einen Vortrag über meine Dissertations-Projekt gehalten. Lief ganz gut. Die Diskussion danach war auch sehr interessant. 😀

Naja, da ich im Hotel kein kostenloses Internet hatte, habe ich dort an der Uni dann noch etwas rumgesurft. Und das hat sich gelohnt, denn es hatte sich Ines auf meine CouchSurfing-Anfrage gemeldet. Mehr dazu morgen.

Widersprüche in der neuen Straßenverkehrsordnung

Es ist sehr beruhigend, dass nicht nur ich die Übergangsregelung in der neuen Version der Straßenverkehrsordnung widersprüchlich finde, die die Änderung, welche Ampel Radfahrer beachten müssen, wenn keine Radfahrerampel vorhanden ist, bis 2012 aussetzt. Auch der ADFC bestätigt das Problem. Mehr noch. Dort heißt es:

Angebliche Verstöße von Radfahrern, die auf Radwegen jetzt schon bei grüner Fahrbahnampel fahren und das Rotlicht der Fußgängerampel ignorieren, können nach Auffassung des ADFC wegen der inhaltlichen Widersprüchlichkeit der Übergangsvorschrift nicht mit einem Bußgeld geahndet werden.

Herausfordern würde ich es (auch wegen der Unfallgefahr) jetzt aber nicht unbedingt…

Image: FreeDigitalPhotos.net

Unbeabsichtigte Konsequenzen

Man kann nicht immer alles vorhersehen. Zum Beispiel dass LED-Ampeln zu wenig Wärme erzeugen und daher einschneien. Und wie ist das eigentlich mit Windkraftwerken, Solarenergie, Gezeitenkraftwerken und so weiter? Die Energie, die da gewonnen wird, ist zwar sauber, aber sie wird ja dennoch der Erde in gewisser Weise entnommen. Soll heißen: der Wind wird abgebremst, die Sonnenwärme abgefangen und das Wasser beruhigt. Wer weiß denn, ob der fehlende Wind, die fehlende Wärme oder die veränderten Wasserbewegungen nicht unser Klima oder etwas anderes in irgendeiner Weise extrem beeinflussen werden? Vielleicht werden sich die Menschen in 100 Jahren kopfschüttelnd an unsere Zeit erinnern und sich fragen, wie wir nur auf solch hirnrissige Ideen zur Energiegewinnung gekommen sind.

Ich will jetzt nicht sagen, dass man jede technische Neuerung verteufeln soll, nur weil man die Konsequenzen nicht abschätzen kann. Eigentlich bin ich da eher der gegenteiligen Meinung. Aber ich frage mich dennoch, ob das denn eingehend untersucht wurde/wird…

Neue Straßenverkehrsordnung

Ab heute gilt eine neue Straßenverkehrsordnung. Nur gut, dass auf den Seiten des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung nur die alte Version steht. Naja, aber der ADFC hat die für Radfahrer relevanten Änderungen mal herausgearbeitet, dann schau ich mir die eben mal an…

Interessant ist der neue §37. Demnach müssen Radfahrer auf Radwegen (egal wie diese gestaltet sind, ob von der Straße getrennt auf einer Höhe mit dem Gehweg, oder auf die Straße aufgemalt) die Autoampeln beachten, wenn es keine extra Radampeln gibt. Bisher hing das von der Art des Radwegs ab.

Außerdem müssen, wenn ich das richtig verstehe, Radfahrer nur auf Radampeln achten, wenn sie auch auf einem Radweg fahren. Dabei habe ich jetzt nicht im Kopf, dass Radfahrer sich nicht an die Benutzungspflicht der Radwege halten, sondern ich denke an Kreuzungen, wo trotz Nichtvorhandenseins eines Radwegs eine Radfahrerampel angebracht ist (aus welchen Gründen auch immer). Das würde die Frage zumindest klären, die ich mir da immer gestellt hab: Soll ich jetzt stehen bleiben und den Autoverkehr blockieren, weil die Radampel mir Rot anzeigt?

Oh, jetzt kommt §53. Oben gesagtes gilt erst ab 2013, steht da. Genauer gesagt, steht da, dass bis dahin Radfahrer auf Radwegen weiterhin die Fußgängerampeln beachten müssen. Das ist jetzt aber etwas missverständlich. Gilt jetzt die alte Regelung weiter (die von der Form des Radwegs abhing) oder muss ich jetzt immer auf Fußgängerampeln achten, wenn keine Radampel da ist. Und was mache ich, wenn nur eine Autoampel da ist? Muss ich mal nen Juristen fragen.

Die anderen Änderungen fand ich jetzt nicht so interessant. Aber vielleicht hat sich ja für Autofahrer noch was geändert… 🙂

Update: Die vollständige neue Straßenverkehrsordnung gibt es übrigens hier auf juris.de.