Irland #7

Dieser Eintrag ist Teil von 7 in der Reihe Irland 2018

Ich muss ein bisschen die Geschwindigkeit erhöhen bei diesem Reiserückblick, sonst wird der nie fertig… 😀

Weiter gings zum Ring of Kerry. Der Reiseführer hat gesagt, wir sollen im Uhrzeigersinn fahren, weil man dann nicht hinter Reisebussen hinterhertuckeln muss. Das hat auch den Vorteil, dass man nicht halsbrecherisch durch den Gegenverkehr breschen muss, wenn man spontan an einem Aussichtspunkt halten will. Und das will man oft. Wunderschön alles, deshalb hier nur ein paar Fotos:

Untergekommen sind wir im Glenross Caravan & Camping Park. Nicht unbedingt der schönste auf unsrer Reise, aber war schon ok.

Sonntag sind wir in den Killarney-Nationalpark. Ich glaube, wir wollten da schon am Tag zuvor hin, aber dann war da grad das Wetter nicht so toll, also haben wir das verschoben. Da waren wir dann ein bisschen wandern und sind schließlich weiter zu den Cliffs of Moher. Da es aber dann schon relativ spät war, haben wir die noch nicht angeschaut, sondern haben uns was zum Zelten gesucht.

Ich hab im Internet nur den Glamping-Platz in Doolin gefunden, also sind wir mal dahin, um zu schauen, ob das utopisch teuer ist. Wir haben uns nicht wirklich Hoffnungen gemacht, dort in nächster Nähe zu Irlands wahrscheinlich größter Touristen-Attraktion einen günstigen Zeltplatz zu finden, wurden dann aber eines besseren belehrt. Denn in Doolin haben wir dann gesehen, dass es dort doch noch mehr Zeltplätze gibt, und haben uns für die kleine Wiese hinter dem Aille River Hostel entschieden. Das war letztendlich der günstigste Zeltplatz, den wir in Irland hatten, und man konnte zudem auch noch alles vom Hostel mitnutzen. Und da der Platz direkt in Doolin war, gabs auch genug Gelegenheiten, um noch was trinken zu gehen. 🙂

Irland #1

Dieser Eintrag ist Teil 1 von 7 in der Reihe Irland 2018

Wie im letzten Rückblick versprochen, kommt hier ein kleiner Rückblick auf den Irlandurlaub von Laura und mir.

Es begann mit Feuer.

Am Abend vor dem Abflug musste ich noch die Gaskartuschen leerbrennen von den Kochern, die Matti uns geliehen hatte. Das waren nämlich welche ohne Ventil. Keine Ahnung, ob die mich damit hätten fliegen lassen, aber offiziell darf man die nicht mitnehmen und ich wollte nichts riskieren. Also hab ich die beiden Gasbrenner eben so lange brennen lassen, bis sie leer waren. In meiner Küche. Vielleicht hätte ich das draußen machen sollen, aber es ist nichts passiert… 😀

Am 23. Juli gings dann los, auf zum Flughafen. Natürlich war die S-Bahn verspätet. Aber ich habs noch rechtzeitig zum Flughafen geschafft. Beim Check-In hab ich gleich mal einen Alarm ausgelöst. Also keinen großen zum Glück. Ich bin nur zu schnell auf so eine Schranke zugegangen, wo man seinen Boardingpass scannen musste, um durchzukommen. Die Schranke dachte dann wohl, dass ich mich noch schnell hinter meinem Vordermann durchzwängen wollte, und hat angefangen zu piepsen…

Aber wir haben es dann doch in den Flieger geschafft.

In Dublin angekommen, durfte ich gleich Bekanntschaft mit dem Irischen Akzent machen. Zwei Reinigungskräfte auf der Flughafentoilette haben sich nämlich unterhalten. Und soweit ich das mitbekommen habe, hat der eine dem anderen erzählt, dass sein Pömpel Wilson heißt. Aber vielleicht hab ich da auch was falsch verstanden.

Jedenfalls sind wir dann mit dem Bus nach Dublin reingefahren und zu unserem Hostel gelaufen. Wir waren im Barnacles in Temple Bar untergebracht. Dort haben wir nur schnell unser Gepäck untergestellt, weil wir noch nicht einchecken konnten. Dabei haben wir erfahren, dass es ein paar Stunden später in der Nähe eine kostenlose Walking-Tour geben würde. Also haben wir uns noch ein bisschen die Zeit vertrieben, indem wir uns auf dem Weg zum Trinity College verlaufen haben.

Die Walking-Tour war sehr interessant. Da haben wir zum Beispiel gelernt, was Fidget-Spinner mit der Dreifaltigkeit zu tun haben, in welchen Pubs James Joyce gerne war, was es mit Molly Malone auf sich hat, usw…

Abends waren wir dann noch was trinken gegangen. Erst ins Stag’s Head. Ob James Joyce da wirklich früher öfter war, ist auch eigentlich egal, denn für den ersten echten Irish Pub, in dem ich jemals war, war der schon mal gar nicht schlecht. Es kamen zwar im Urlaub noch bessere, aber irgendwo muss man anfangen.
Dann waren wir im Gin Palace. Großartiger Schuppen, wenn man Gin mag. Machen aber leider schon um 11 zu. Leider hab ich mir nicht gemerkt, wie der Gin hieß, den ich da getrunken hab… 🙁

Nachdem der Gin Palace uns rausgeworfen hat, sind wir dann eben schlafen gegangen. Nachdem das Hostel mitten in Temple Bar war, war es ziemlich laut. Aber mei, dafür war es auch sehr zentral.

Irland #2

Dieser Eintrag ist Teil 2 von 7 in der Reihe Irland 2018

Am zweiten Tag in Dublin stand erstmal das Gefängnis Kilmainham Gaol auf dem Programm. Da man in den Bussen in Dublin nur passend mit Münzen zahlen kann, sind wir eben gelaufen. Dabei sieht man eh mehr von der Stadt. Zum Beispiel die Guinness-Brauerei oder Sammelstellen für Füchse.

Aber apropos Bezahlen in Bussen. Ich war letztes Wochenende in Amsterdam, und da kann man auch in den Bussen und Straßenbahnen mit Karte zahlen. Das ist sehr angenehm. Als ich das letzte Mal in Buenos Aires war, da war das ähnlich wie in Dublin. Man konnte nur passend mit Münzen zahlen. Was da aber auch noch dazu kam, ist, dass es gar nicht so einfach war, an Münzen zu kommen, weil die in Geschäften oft gerundet haben beim Rausgeben.

Im Gefängnis jedenfalls hatten wir eine spannende Führung, und eine Ausstellung zu Nelson Mandela gab es auch. Der Besuch dort lohnt sich auf jeden Fall. In der Guinness-Brauerei, die da auch in der Gegend ist, waren wir nicht. Laut Reiseführer klang die nicht so spannend, mehr wie eine teure Touristenshow. Also lieber Guinness trinken statt anschauen.

Drum haben wir uns was nettes zum Mittagessen gesucht. Nach ein bisschen Rumfragen sind wir im Patriot’s Inn gelandet. Da war das Tanzen verboten und der Apple Pie war alle, aber ansonsten hats schon gepasst. Ganz interessant waren die Bierfilzle, auf denen Werbung dafür gemacht wurde, dass man sich doch bitte nicht prügeln soll. Anscheinend haben die da ein richtiges Problem damit. Trotzdem sind wir während des ganzen Irland-Urlaubs nicht in eine einzige Prügelei geraten.

Danach sind wir ein wenig an der Liffey entlangspaziert und haben zufällig gelesen, dass am Abend die Samuel-Beckett-Brücke geöffnet wird. Das ist die Brücke, die aussieht wie eine Harfe. Außerdem haben wir gesehen, dass es anscheinend eine beliebte Freizeitbeschäftigung ist, von Brücken oder irgendwelchen Pfosten in die Liffey zu springen. So einladend sauber sah die nicht aus, und die Leute haben auch alle Neoprenanzüge getragen. Also, ich könnt mir was schöneres vorstellen. Aber mei, die Iren…

Nach einem Bierchen im O’Neills sind wir abends dann zur Samuel-Beckett-Brücke gegangen. Die Arbeiter, die gerade die Brücke abgespert haben, haben uns noch den Tipp gegeben, auf die andere Seite der Liffey zu gehen, weil man da zwar keine so postkartenreifen Fotos schießen kann aber besser sieht, wie sich die Brücke öffnet. Das ist nämlich keine Zugbrücke, sondern die wird einmal komplett um 90 Grad gedreht. Das war nur ein Funktionstest. Anscheinend fahren da nicht so oft Schiffe rein oder raus.

Abends ging es dann noch auf ein Bierchen in einen Pub im nicht ganz so überfüllt-touristischen Teil von Temple Bar. Und dann ab ins Bett, denn der nächste Tag würde ein neues Abenteuer bringen: Das erste Mal im Linksverkehr Auto fahren!

Irland #3

Dieser Eintrag ist Teil 3 von 7 in der Reihe Irland 2018

Bevor es im Irland-Reisebericht damit weiter geht, dass wir unseren Mietwagen abgeholt und Dublin verlassen haben, muss ich noch zwei Sachen ergänzen, die ich vergessen hatte.

Auf der Walking Tour durch Dublin, die wir am ersten Tag gemacht haben, haben wir noch was interessantes erfahren. Nämlich dass Dublin seine, äh, seltsamen Charaktere anscheinend sehr gern hat. Das ist, wie wenn in Augsburg die Leute nach dem Tod von Löffel-Joe Geld gesammelt hätten, um ihm ein schönes Begräbnis zu ermöglichen (so wie es in Dublin mit Hairy Lemon geschehen ist). Ok, den König von Augsburg gibt es natürlich, der standesgemäß verehrt wird. 😀

Und vergessen hab ich auch, dass wir in Dublin gleich als allererstes deutsche Pfadfinder getroffen haben. Die waren auf dem Weg zu dem nationalen Jamboree, das da die Woche stattgefunden hat. Leider hat das nicht zu unserer Route gepasst, sonst hätten wir da natürlich gerne vorbeigeschaut.

Irland #4

Dieser Eintrag ist Teil 4 von 7 in der Reihe Irland 2018

Am dritten Tag in Irland ging es schließlich raus aus Dublin. Dazu hatten wir uns ein Auto gemietet. Für beide von uns war das das erste Mal im Linksverkehr. Und das auch noch mit einem so großen Auto (wir hatten für drei Leute geplant, aber Matti hatte leider noch abgesagt). Mir ist dann die Ehre zuteil geworden, die erste Strecke zu fahren und den Wagen aus Dublin rauszubugsieren. Eigentlich wollten wir auf einfachstem Weg aus Dublin raus und dann über ne Umfahrung außen herum, aber da hätten wir durch einen mautpflichtigen Tunnel gemusst. Also sind wir eben mitten durch die Stadt gefahren. Ich weiß nicht, wieso sie für den Tunnel Maut verlangen, aber den Verkehr aus dem Stadtzentrum rauszuhalten kann offenbar nicht der Grund sein. Aber hey, ich hab nichts angefahren (jedenfalls an dem Tag nicht), bin nicht falschrum in nen Kreisverkehr und auch nicht beim Abbiegen auf die falsche Spur gefahren. Links fahren war viel einfacher als ich befürchtet hatte. Nur mit links schalten war sehr gewöhnungsbedürftig. Und der Gurt war auch auf der falschen Seite… 😀

Unser erstes Ziel war Glendalough. Da das Wetter überraschend gut war, wollten wir ein bisschen wandern gehen. Das war eine sehr schöne Tour um den Upper Lake herum über teilweise sehr seltsam neuangelegte Wege aber immer mit einer wunderbaren Aussicht. Vorbei an einem verfallenen alten Bergarbeiterdorf und schließlich noch zu einem alten aber offenbar noch genutzten Friedhof.

Ich glaube, wir waren dort ungefähr vier Stunden unterwegs. Dann sind wir weiter Richtung Südwsten. Wir habens wie an allen folgenden Tagen so gemacht, dass wir am späten Nachmittag oder Abend geschaut haben, wo der nächste Zeltplatz ist, und dann einfach dort hingefahren sind. So sind wir an dem Abend im Nore Valley Park gelandet. Das war so eine Mischung aus Campingplatz und Streichelzoo. Das heißt, die hatten Tiere und wohl auch irgendwie Programm für Kinder. Jedenfalls hatten die aber auch eine Küche mit Gasherd, den wir nutzen konnten. So war es nicht so schlimm, dass wir bis dahin noch keinen Laden gefunden hatten, der Gaskartuschen für unseren Kocher verkauft. Ich hatte erwartet, dass man diese Kartuschen ohne Ventil an jeder Tanke kriegen würde, aber dem war nicht so. Irgendwann später haben wir irgendwo welche in einem kleinen Anglerladen bekommen. Aber die Iren waren immer sehr freundlich und bemüht, uns irgendwie weiterzuhelfen.

Ach, auf dem Weg zum Zeltplatz kam uns dann mal noch eine Kuhherde entgegen:

Irland #5

Dieser Eintrag ist Teil 5 von 7 in der Reihe Irland 2018

Das Frühstück am nächsten Tag durften wir neben Kindern genießen, die Küken und andere süße Tiere anfassen durften. So ein Streichelzoo-Zeltplatz ist schon schön, aber die vielen Kinder bringen auch eine gewisse Unruhe in den Morgen.

Jedenfalls ging es dann weiter nach Kilkenny. Das ist ein sehr hübsches Städtchen mit einem Schloss und so. Tolle Beschreibung. Ich sollte Reiseführer-Autor werden!

Im Schloss gab es neben prunkvollen Gemächern auch diese semihistorische Toilette:


Und diesen unhistorischen Wischmopp:


Hm, dieser Reisebericht wird ja immer spannender… In Kilkenny haben wir uns noch auf dem kleinen Markt am Schloss ein bisschen Gemüse gekauft. Gut, auch nicht spannend aber zumindest lecker. Die Zubereitung war auch spannend, denn ich hatte unser Feuerzeug verschlampt. Nach ein bisschen Rumfragen hab ich dann endlich einen Campingplatzgast gefunden, der Streichhölzer dabei hatte. Leider waren die ein bisschen feucht. Aber irgendwann hab ichs dann doch geschafft, den Gaskocher anzuzünden… 😀

Der Zeltplatz, auf dem wir diese Nacht gelandet sind, war aber großartig von der Lage hermit seinem wunderschönen Blick auf Bantry Bay. Und auch das Wetter wurde endlich etwas mehr so, wie ich es in Irland erwartet hatte.

Irland #6

Dieser Eintrag ist Teil 6 von 7 in der Reihe Irland 2018

Am nächsten Tag sind wir zum Mizen Head gefahren, dem südwestlichsten Punkt Irlands. Das mit dem südwestlichsten Punkt steht jedenfalls auf http://www.mizenhead.ie/. Ich frag mich grad, wie man den südwestlichsten Punkt von etwas feststellt. Vermutlich würde man eine um 45° geneigte Gerade von links unten an Irland ranschieben, bis man Land berührt. Ok, die Erde ist eine Kugel, also ist das etwas schwieriger und mit sphärischer Geometrie kenn ich mich nicht so aus. Vielleicht gibt es auch einen einfacheren Weg, den südwestlichsten Punkt von Irland zu bestimmen. Aber wenn ich das so wie beschrieben mache, dann sieht es so aus als wäre Dursey Island der südwestlichste Punkt von Irland. Die lügen auf der Website… :-O

Dort fing es dann irgendwann zu regnen an. Also haben wir uns in die Häuschen der Mizen Head Signal Station geflüchtet, und später in den Crookhaven Inn in dem kleinen Fischerdörfchen Crookhaven. Toller Name für ein Fischerdorf, Crookhaven. Gaunerhafen…

Nach dem Mittagessen hatte es dann jedenfalls zum Glück mit dem Regen einigermaßen aufgehört und wir sind nach Kenmare gefahren. Kenmare Camping ist ein sehr einfacher Campingplatz, aber wir brauchten ja auch nicht viel. Es gab eine Küche mit einem gemütlichen Aufenthaltsraum. Das beste war aber die Rezeption. Die war nämlich im „House on the Hill“ (laut dem Schild). Das house on the hill war das Haus, wo der Besitzer gewohnt hat, und man hat halt einfach an deren Terrassentür geklopft und ihm ein paar Euro in die Hand gedrückt… 😀

Abends sind wir nach Kenmare reingefahren, und haben (wenn ich mich richtig erinnere) in Crowley’s Bar die Livemusik und das Bier genossen. Ein Gast hat uns angesprochen, der ziemlich, ziemlich betrunken war. Ich hab das wenigste davon verstanden, was der gelallt hat. Aber ich hab von ihm gelernt, dass wohl sehr viele Deutsche in Irland leben. Hm, vielleicht wäre das mal ne Idee, nach Irland auszuwandern… Wer kommt mit?