Hier ist eine Liste meiner drei Lieblingsbücher 2015. Also der Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe. Erschienen sind sie alle schon früher. Gemeinsam haben sie alle drei, dass der Nachname ihrer Autoren vier Buchstaben hat. Ich habe 2015 nämlich nur Bücher von vierbuchstabigen Autoren gelesen. Dieses Jahr kommen die mit fünf Buchstaben dran, also z.B. Douglas Adams, James Joyce und Marc-Uwe Kling.

Die Bücher sind:

Andy Weir – Der Marsianer

Zu diesem Buch kam vor ein paar Monaten eine Verfilmung in die Kinos, genau während ich das Buch las. Ich habe die Verfilmung noch nicht gesehen, weil ich das Buch erst zuende lesen wollte und weil ich zu dem Zeitpunkt gerade in den USA war, wo die Kinotickets anscheinend deutlich teurer sind als bei uns.

Aber zum Buch: Das Buch ist geschrieben als das Logbuch von Mark Watney der nach einem Unfall bei einer Mars-Mission für tot gehalten und auf dem Mars zurückgelassen wird. Darin beschreibt Watney mal mehr, mal weniger zuversichtlich, mal wissenschaftlich-nüchtern und mal sarkastisch, aber immer unterhaltsam zu lesen, wie er versucht auf dem Mars zu überleben, bis Hilfe eintrifft. (Wobei ein Problem erstmal auch noch ist, dass er nicht mit der Erde oder seinen Kollegen kommunizieren kann, also alle ihn noch für tot halten.)

Das Buch ist außerdem ein kleiner Lobgesang auf Duct-Tape:

„Ja, natürlich funktioniert Klebeband im Beinahe-Vakuum. Klebeband funktioniert überall. Klebeband ist Magie und sollte angebetet werden.“

(S. 306)

Eine sehr schöne Stelle war auch noch der erste Chat von Watney mit der Erde, als das wieder möglich gemacht wurde:

[12:04] JPL: […] Übrigens, hüten Sie bitte Ihre Zunge. Alles, was Sie tippen, wird live auf der ganzen Erde verbreitet.
[12:15] WATNEY: Seht mal da! Zwei Titten! -> (.Y.)

(S. 185)

Jedenfalls habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Eindeutige Leseempfehlung!

Wolf Haas – Verteidigung der Missionarsstellung

Nachdem ich über den Marsianer schon so viel geschrieben habe, hier nur ganz kurz: Eine ganz besondere Liebesgeschichte. Hier mal ein Zitat:

„Was ist los mit dir?“
„Wie in einer ewig aufwärtslaufenden Kreisbahn des Malers Escher siehst du von der Seite netter aus als von vorn, von hinten netter als von der Seite, von der anderen Seite netter als von hinten, von vorn netter als von der anderen Seite, und so geht es dahin in einem sich ewig hochschaukelnden Paroxysmus, ähnlich der vernichtenden Kettenreaktion eines epileptischen Anfalls, ein Gefühl der Unendlichkeit stellt sich ein, als hätte man es gewagt, das Tarski’sche Verbot der Vermischung von Objekt- und Metasprache zu übertreten“, hätte er fast gesagt. […] Aber Benjamin Lee Baumgartner wusste, dass er augenblicklich ausgeschissen hätte, wenn er sich als studentischer Angeber verraten, als philosophischer Schwätzer und Fremdwörterbuchblätterer enttarnen und mit seinem Lieblingsthema, dem Verbot der Vermischung von Objekt- und Metasprache, aufzugeigen versuchen würde.

Darum sagte er nur:
„Was soll los sein?“

(S. 33f)

Besonders ist das Buch unter anderem auch, weil in dem Buch jemand irgendwann anfängt, das Buch zu lesen. Ok, das passiert in der Unendlichen Geschichte auch. Aber hier werden, soweit ich das sehen kann, die ersten 114 Seiten nochmal abgedruckt, in schnell bis zur Unkenntlichkeit kleiner werdenden Buchstaben:

Das Buch „Verteidigung der Missionarsstellung“ enthält sich selbst (S. 156f)
Das Buch „Verteidigung der Missionarsstellung“ enthält sich selbst (S. 156f)

Matt Ruff – Fool on the Hill

Diesmal aber wirklich kurz. Ich wüsste eh nicht genau, was ich über dieses Buch sagen sollte. Ich meine, was ist das für ein Buch? Eine Liebesgeschichte? Eine Geschichte über die Liebe? Ein Sommernachtstraum? Ein Fantasy-Roman? Irgendwie alles. Die Wikipedia fasst die Handlung so zusammen:

The novel is the story of two authors. Cornell University resident and author Stephen Titus George finds that his real life is becoming the main plot of a retired god, known as Mr. Sunshine. Mr. Sunshine, as god, prefers to create his works in real life instead of on paper. Stephen Titus George decides to fight with Mr. Sunshine about the authorship and outcome of the work.

On the stage of Cornell campus a rich set of secondary characters appears, like Cornell student Aurora Borealis Smith with whom Stephen Titus George falls in love, Ragnarok, the Bohemians, a dog named Luther, a cat named Blackjack, Puck, Calliope, a fire-breathing paper dragon as well as evil forces like Rasferret the Grub, a mannequin called Rubbermaid and an army of rats. The drama then unfolds, telling the story of the battle between Good and Evil and the efforts of the two authors to write the story towards either a happy ending or a tragic greek drama.

Jedenfalls auch ein großartiges Buch.

Titelbild: by Patrik Göthe via free-images.cc

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