Argentinien 9

Boeing 737, Aeroparque, Buenos Aires, 12:30, 21.11.2012

Gestern Abend war ich dann noch im Shamrock, einem netten a… Nein, ich war nicht im Shamrock, denn da war nichts los. Ich war im El Alamo. Jedenfalls sehr nett aber recht laut. Vielleicht kam es mir nur so laut vor, weil ich Kopfweh hatte (wahrscheinlich vom vielen Laufen in der Sonne). Deshalb bin ich auch recht bald wieder gegangen.

Heute früh bin ich zum Aeroparque gefahren, dem Inlands-Flughafen, weil ich die nächsten Tage in Iguazú bin. Das mit dem Busfahren ist hier so eine Sache. Es ist so ziemlich unmöglich, herauszufinden, welchen Bus man wo nehmen muss, um irgendwo hinzukommen, außer man fragt sich durch (oder kennt einen Ortsansässigen). Ok, es gibt wohl auch einen Gesamtfahrplan, den man kaufen kann. Aber jedenfalls steht an den Haltestellen oft nur die Linie, nicht einmal die Richtung.

Wenn man dann wirklich richtig steht und den Bus herangewunken hat (die Busse sind übrigens praktischerweise farbcodiert), dann kommt die nächste Schwierigkeit: das Bezahlen.
Die Einwohner haben meistens so eine Karte, die sie einfach nur hinhalten müssen (und mit der die Fahrt auch nur gut die Hälfte kostet). Wenn man sich aber eine Einzelfahrt kaufen muss, braucht man zwei Pesos, passend und in Münzen. (Zwei Pesos sind übrigens etwa 35 Cent. Busfahren ist also sehr billig hier.) Und das ist gar nicht so einfach, an Münzen zu kommen. Meist sind die Preise eh so rund, dass man nur Scheine rauskriegt, zumal es auch 2-Pesos-Scheine gibt. Dadurch wird Einkaufen zu einer echten Schatzjagd, und die gefundenen Münzen hortet man am besten, bis man wieder Bus fährt.

Alternativ kann man natürlich auch Geld wechseln, was z.B. problemlos an den zahlreichen Kiosken möglich ist. Das habe ich heute früh gemacht und musste dabei leider den wunderbar ranzigen und zerfledderten 2-Pesos-Schein weggeben, den ich zu gerne als Andenken behalten hätte…
Aber so konnte ich wiedermal eine erfolgreiche Konversation auf Spanisch führen: „Hola! Habla Inglés?“ – „No.“
Der Kioskbesitzer hat aber dann doch verstanden, was ich wollte.

Zum Thema Geld gibts noch was bemerkenswertes zu erzählen. Die Argentinier dürfen nämlich kein Geld in Fremdwährungen wechseln. Nur wenn sie nachweislich ins Ausland reisen werden, können sie beantragen, wechseln zu dürfen. Die Menge, die sie an Devisen bekommen, wird aber von oben bestimmt und ist oft weniger als erhofft. Diese Regelung dient dazu zu verhindern, dass Leute ihre Ersparnisse in Dollars retten, und ist eines der vielen Dinge, wieso viele die Präsidentin hassen.
Diese Regelung führt auch dazu, dass hier Leute auf der Straße anbieten, Dollars in Pesos zu tauschen, so wie man andernorten Drogen oder sexuelle Dienstleistungen angeboten bekommt.

Zurück zur Busfahrt. Ich bin dummerweise zu weit gefahren, weil ich wegen einer Baustelle den Flughafen nicht gesehen habe. Also mit dem Taxi zurück, kostet ja fast nichts.
Also, das Verhältnis der Taxipreise zu den Buspreisen ist hier etwa so wie bei uns. Aber wenn eine Busfahrt nur 35 Cent kostet, kann man sich auch eine Taxifahrt leisten.

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Eine Antwort auf „Argentinien 9“

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