Gütervergütung

Was ich mich schon lange gefragt habe: Wenn bspw. in einem Film ein Lied verwendet wird, dann bekommt der Künstler Geld dafür. Aber bekommt der Hersteller der schicken Wohnzimmermöbel, die der Schauspieler im Film benutzt, auch Geld über den Kaufpreis hinaus? Sicher, das eine ist Kunst, das andere üblicherweise nicht. Das eine besitzt eine nicht zu niedrige Schöpfungshöhe, das andere vielleicht nicht. Trotzdem könnte der Film ohne den Stuhl – oder jeden anderen Gegenstand, der verwendet wird – nicht gedreht werden.

Dies ist aber nicht auf die Nutzung in Filmen beschränkt, sondern auf jede kommerzielle Nutzung anzuwenden. Sollten also alle Produkte teurer als normal sein, wenn sie für kommerzielle Zwecke gekauft werden?

4 Kommentare

  1. Interessanter Gedankengang… juristisch wird das in etwa so erklärt, dass der Stuhl ja auch nur als der Stuhl verwendet wird, der gekauft wurde, an dem also die Rechte erworben wurden. Der Musiktitel wird aber durch die Verwendung im Film vervielfältigt, es gibt ihn dann hinterher also einmal öfter als es in vorher gab- und das ist Verbreitung. Und das Verbreitungsrecht ist halt nu mal geregelt…

    Allerdings… wenn ich einen Stuhl oder ein sonstiges Requisit für einen Film einkaufe, muss ich dafür auch zahlen, darf den ja auch nicht einfach aus dem Laden nehmen. Vielleicht soll die Lizenzgebühr auch nur quasi die jeweils „getrennte“ Nutzung sicherstellen? Also, ich meine, ein Regisseur wird auch in den seltensten Fällen seine Küchenstühle täglich mit ans Set bringen, sondern dafür neue kaufen. Aber wenn er die Musik schon mal in seiner Privaten Sammlung hat, wird er eher unwahrscheinlich den gleichen Titel für den Film nochmal kaufen…

  2. Danke für die juristische Einschätzung.

    Allerdings ist es z.B. im Bereich von Softwarelizenzen so, dass Programme oft für den kommerziellen Gebrauch (bei gleichem Funktionsumfang) teurer sind als für den Privatgebrauch. Und hier geht es nicht um Verbreitungsrecht, sondern es ist einfach die Entscheidung des Softwareherstellers.

    Ok, vielleicht hat es schon etwas mit der Verbreitung zu tun, weil die Software selbst ja ohne Aufwand vervielfältigbar ist…

    Aber jedenfalls könnten ja jetzt alle (oder die größten) Stuhlhersteller sich einigen, ihre Stühle für kommerzielle Zwecke nur gegen Aufpreis zu verkaufen…

  3. Juristisch wichtig ist, dass das eine Immaterialgut und das andere Materialgut ist.

    Ein Stuhl ist in erster Linie eine Sache. Die Summe der Arbeit und des Materials die Investiert wurden. Wenn du eine Stuhl kopierst musst du beides selbst leisten.

    Ein Musikstück dagegen ist ähnlich wie Software nicht die CD auf der es geschrieben ist. Der Schaffensaufwand steckt hie rin der Komposition. Das Nachspielen oder kopieren ist ein vergleichsweise einfacher und geringer Aufwand, weswegen der Wert eben nicht im physischen Bestandteil gesehen wird.

    Deswegen verwenden Musikstücke und Software Lizenzen, bei denen man für die Benutzung zahlt und nicht nur für den Erwerb.

    Die unterschiedlichen Preise für den Privatgebrauch bei Software sind i.d.R. Marktstrategie.

  4. Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für einen Stuhlhersteller sich hier zu Worte zu melden. (Und wieder mangelt es. Des Internets größtes Problem: Es ist leer von Stuhlherstellern.)

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