Bachelor-Berufsschule: deduktiv

Ein kleiner Nachtrag vorab zu Bachelor-Berufsschule: induktiv 2: Ich habe ganz vergessen, im Zusammenhang zur Verschulung des Studiums durch Einführung des Bachelorstudiengangs zu erwähnen, dass ein Studium (ein Universitätsstudium zumindest) meiner Meinung nach keine Berufsausbildung ist und sein sollte, wie das manchmal behauptet oder impliziert wird, (mit Ausnahmen natürlich, wie etwa der Lehrerausbildung). Darauf möchte ich jetzt aber nicht weiter eingehen, sondern mich vielmehr auf andere Quellen stürzen.


Viel Zeit ist vergangen, seit ich obige Zeilen geschrieben habe. Der Artikel schlummerte als Entwurf, mit ein paar Notizen zu einigen Quellen, die ich nutzen wollte. Leider nimmt meine Promotion, und der Rest vom Leben so viel Zeit ein, dass ich nicht dazukam, diese Studie so fertigzuführen, wie ich urprünglich vorhatte.

Aber ich hab mir immerhin mal die Studien- und Prüfungsordnung des Bachelor-Studiengangs Mathematik an der Universität Augsburg angesehen. Den Studenten bleibt dabei tatsächlich die Möglichkeit 8 aus 12 Vorlesungen auszuwählen, die sie hören müssen. Was mich irritiert, ist, dass diese 12 Vorlesungen fest vorgeschrieben sind. Ein Student, der also in einem Fachbereich etwas mehr hören will, hat im Rahmen des Bachelor-Studiengangs keine Gelegenheit dazu. Nun gut, die Studenten sollen ja auch „die Breite der Mathematik kennen lernen“, wie es in der Studienordnung heißt. Dann aber ist es seltsam, dass wenn z.B. eine Vorlesung zur Zahlentheorie angeboten würde, Bachelor-Studenten diese nicht für ihr Studium einbringen könnten, weil Zahlentheorie nicht zu dem vorgeschriebenen 12-Vorlesungen-Kanon gehört.

Da fällt mir ein, dass ich mal gehört habe, dass für die Akkreditierung des Studiengangs nicht nur diese 12 Vorlesungen fesgelegt werden mussten, sondern auch der genaue Inhalt der Vorlesungen und ihr Aufbau, also quasi in welcher Woche was unterrichtet wird. Das nimmt den Professoren ja jegliche Freiheit in der Lehre. Aber die Auswirkung von Bologna auf das Lehrpersonal ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Im übrigen ist auch vorgeschrieben, dass es Vorlesungen sein müssen. Man kann also nicht zwei Seminare besuchen statt einer Vorlesung, wenn man das möchte, obwohl es mit dem Leistungspunktesystem eigentlich ganz einfach wäre, sowas zu regeln.

Vor einiger Zeit gab es in der Süddeutschen Zeitung mal zwei Artikel, die ganz gut die aktuelle Situation zusammenfassten. Ich habe sie mir eigentlich aufgehoben, finde sie aber gerade nicht. Die Grundaussage der Artikel war aber, dass all das, was bisher mit der Bologna-Umsetzung schlecht gelaufen ist, nicht an den Vorgaben von Bologna liegt, sondern dass es einfach schlecht umgesetzt wurde. Es soll jetzt ja die Regelung, dass Bachelor-Studiengänge 6 Semester dauern sollen, (die nicht von Bologna vorgegeben war) gelockert werden. Das allerdings macht dann die Vergleichbarkeit der Studiengänge komplett zunichte.

Naja, wir werden sehen, was daraus wird… 😀

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