Bachelor-Berufsschule: induktiv 1

Wie schon in Bachelor-Berufsschule angekündigt, hier die sozusagen induktive Betrachtung der neuen Bachelor-Studiengänge, soll heißen: was weiß ich darüber, glaube zu wissen, habe ich gehört oder reime mir gerade so zusammen.

Wenn auch nicht ganz passend (da es eher zum zweiten angekündigten Artikel hierzu gehört), möchte ich dennoch an dieser Stelle auf die Diskussion verweisen, die sich aus dem Blog-Beitrag, entwickelt hat, auf den ich in Bachelor-Berufsschule verwiesen hatte. Vorweg: ich habe diese beiden Blog-Artikel noch nicht gelesen, daher Besuch auf eigene Gefahr! 😉

Nun aber zum eigentlichen Inhalt dieses Artikels. Also, kommen wir erst einmal zu dem, was ich durch mein Mathematik-Studium vom Bachelor mitbekommen habe. Ich habe zwar auf Diplom studiert, wir hatten aber schon dieses Credit-Point-System. Wirklich viel Sinn gemacht hat es eigentlich nicht. Oder sagen wir besser: Sein Potential hat sich mir nicht ganz erschlossen. Denn das einzige, was man ihm abgewinnen konnte, war, wie Vorlesungen und Seminare im Vergleich zueinander gewichtet wurden. Später, als ich dann im Rahmen von TopMath kurzzeitig auf Bachelor studiert habe, hat es etwas mehr Sinn ergeben, oder eigentlich weniger: Ich musste, wenn ich mich recht entsinne, nämlich irgendwo 10 Credits einbringen, die Veranstaltungen haben aber nur 9 Credits gebracht, weswegen ich ein bisschen stückeln musste. Kann auch sein, dass das an dem Wirrwarr lag, das dadurch verursacht wurde, dass ich in Augsburg studiert habe, aber an der TU München eingeschrieben war. Jedenfalls tut es eigentlich auch gar nichts wirklich zur Sache. Zu dem Credit-Point-System später noch mehr.

Da unser Diplomstudiengang schon halb dem Bachelor angeglichen war, hatten wir zu jeder Vorlesung Klausuren am Ende des Semesters, deren Noten man auch zu einem großen Teil ins Vordiplom einbringen musste (bzw. dann auch ins Diplom, aber das hab ich ja übersprungen, sozusagen…). Das fand ich eine sehr gute Sache, da ich nicht so gerne punktuell auf eine große Prüfung lerne, sondern lieber diese kleineren begleitenden Prüfungen habe. Dass die Noten hierbei durchschnittlich etwa um 0,5 Notenstufen schlechter sind, wie ich gehört habe, nehme ich gerne in Kauf, da dies bei mir vermutlich eher andersherum gewesen wäre.

Soweit ich ganz persönlich mit dem Bachelor in Berührung gekommen bin, waren meine Erfahrungen also eher positiv. Allerdings sind mir auch folgende Dinge zu Ohren gekommen:

Das Credit-Point-System soll u.a. den Hochschulwechsel erleichtern, habe ich irgendwo gelesen. So ganz nachvollziehen kann ich das nicht, da dadurch nur der Arbeitsaufwand der Vorlesungen, Seminare usw. vergleichbarer wird, aber dennoch verschiedene Hochschulen ihr Studium unterschiedlich aufbauen, sodass man in den ersten Semestern evtl. etwas nicht macht, was man an der neuen Hochschule aber bräuchte. In einem Diplomstudiengang nach dem Vordiplom zu wechseln, war, soweit ich weiß, einfacher.

Ein großer Punkt fehlt noch: Nämlich dass das Studium zu sehr „verschult“ wird. Dem werde ich mich demnächst widmen. Und wie schon angekündigt, folgt dann irgendwann, was andere Quellen dazu zu sagen haben.

2 Antworten auf „Bachelor-Berufsschule: induktiv 1“

  1. Zur „Verschulung“ würde ich gerne versuchen, prophilaktisch zwei Teilbereiche zu trennen, die in entsprechenden Diskussionen immer überkreuzt gegenargumentiert werden:
    die Verschulung in dem Sinne, dass mittels ausreichend großem Personalstab der einzelne Student seinem Lehrpersonal ausreichend bekannt ist, dass dieses auch mal rechtzeitig ungefragte Hilfestellungen geben kann, wenn es sie für nötig hält, ist der eine Faden der Verschulungsdiskussion;
    die vollkommene Vordurchstrukturierung der Studiengänge, die dem einzelnen Studenten lediglich ein vorgefertigtes Paket anbieten und aus der Struktur des Stundenplanes mit zusätzlich größtmöglicher Straffung der Studiendauer weder Abweichungen noch Verzögerungen, noch Vertiefungen oder Verbreiterungen ermöglicht, ist eine andere Form der Verschulung.

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