Wieviel Staat braucht der Mensch?

Dieses Thema ist mir in letzter Zeit nun schon mehrfach über den Weg gelaufen: bei einem Gespräch am Lagerfeuer, in diversen Artikeln in der Süddeutschen… Es geht darum, wie der Titel schon andeutet, wieviel Staat, d.h. wieviel staatliche Kontrolle, wieviel staatliches Fördern usw. gut, ideal, notwendig ist. Hierzu würden mir gerade drei große Bereiche einfallen: Kultur, Religion und Politik in einem engeren später noch näher einzugrenzenden Sinne.

Zunächst zur Kultur: Am 30. Oktober war im Bayern-Teil der Süddeutschen ein kurzes, nicht besonders interessantes Interview mit Rochard Goerlich, dem neuen Popkulturbeauftragten der Stadt Augsburg zu lesen. Darin tauchte folgende Frage auf:

Funktionierte Popkultur in Augsburg bisher nicht auch ohne einen Beauftragten wie Erfolge von Bands wie Anajo und Lydia Daher zeigen?

Goerlichs Antwort soll nicht weiter interessieren, zumal ich den Eindruck hatte, dass Goerlich noch keine große Ahnung hat, was er mit diesem neuen Amt anfangen wird. Interessant ist eher, wie und wie stark der Staat, oder hier besser gesagt die Stadt, ins Kulturleben eingreifen, sich daran beteiligen sollte.

Obwohl der Staat natürlich kein Kulturmonopol hat, obwohl es selbstverständlich „freie“ Kultur gibt, kann man eine Beteiligung und Förderung des Staates nicht automatisch gutheißen, da wenn das eine gefördert wird, das andere eventuell in den Hintergrund gedrückt wird. Hier von Zensur zu sprechen, wäre übertrieben, aber in diese Richtung geht es, bzw. könnte es gehen. Andererseits sind viele Kultureinrichtungen ohne staatliche Hilfe gar nicht möglich, bzw. wären ohne Förderung für den Besucher sehr viel teurer, wenn nicht zu teuer. Daher könnte eine Nicht-Förderung zu einer Verarmung der Kulturlandschaft führen, wohlgemerkt könnte. Hierzu und zu den anderen Bereichen demnächst mehr und Ausführlicheres.

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