Radfahren in der Fußgängerzone

Dem aufmerksamen Augsburger wird nicht entgangen sein, dass die Fußgängerzonen-Beschilderung in unserer schönen Stadt widersprüchlich ist oder zumindest wirkt. Denn in der Annastraße darf man nicht Radfahren (von der neuen Regelung, dass man abends fahren darf, mal abgesehen). Allerdings steht auf dem Fußgängerzonenschild, das man von der Karolinenstraße kommend sieht, dass das Radfahren erlaubt sei, und über den Rathausplatz kommt man, ohne ein Verbotsschild zu sehen, in die Annastraße.

Ich habe darauf mal eine Dame des Ordnungsdienstes angesprochen. Sie erklärte mir das damit, dass die Fußgängerzone nur auf der Straße gilt, aber nicht auf dem Gehweg, zu dem auch der Rathausplatz gehört. Sie räumte auch gleich ein, dass das aus der Beschilderung nicht ersichtlich sei, und fuhr fort, Geld von Fahrradfahrern einzutreiben.

Mal von der mangelnden Beschilderung abgesehen, glaube ich mich, zu erinnern, dass es in Fußgängerzonen gar keine Gehwege geben darf. (Ich finde dazu jetzt als Quelle nur den Wikipedia-Eintrag zur Fußgängerzone; Juristen-Meinungen sind gerne willkommen). Nun gut, wenn die Fußgängerzone wirklich nur auf der Straße gilt, dann gibt es in dieser Fußgängerzone natürlich keine Gehwege… Man kann sich alles so hindefinieren, dass es passt (ich kenn das, bin ja schließlich Mathematiker).

Ich bin noch auf der Suche nach etwas, das man in Fußgängerzonen darf, aber auf Gehwegen nicht, oder umgekehrt, um diese Regelung ad absurdum zu führen… Für Hinweise bin ich sehr dankbar. Leider kann ich, seit ich mit der Dame vom Ordnungsamt gesprochen habe, nicht mehr guten Gewissens in der Annastraße radfahren. Unwissen ist halt doch ein Segen…

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4 Kommentare

  1. Das mit den Fußgängerzonen ist schon so eine Sache. Ich denke, Du wirst nichts finden, was man da besonders darf. Es ist wohl vielmehr entscheidend, was man dort alles nicht darf, denn ich gehe davon aus, dass, obwohl ja dort Lieferverkehr manchmal erlaubt ist, eben dieser eben durch die Fußgängerzoneneigenschaft extremst unterrangig ist, was vielleicht ein Fahrzeug nicht ist, das einen Gehweg kreuzt, um ein Grundstück zu erreichen.
    Eigentlich denke ich schon auch, dass man in einer Fußgängerzone überall in jede Richtung laufen darf, bis man ein Schild entdeckt, das einen drauf aufmerksam macht, dass die Zone aus ist, oder man schmerzhaften Körperkontakt mit einem Hindernis hat.
    Wäre das allerdings so, wäre die ganze Welt, ausgehend von Augsburg vom K&L kommend richtung Königsplatz – wenn ich mich richtig erinnere, ist dort kein solches Schild zu finden – eine Fußgängerzone. Allerdings rasen da erstaunlich viele Autos, schon in der Fuggerstraße.
    Naja, ich erhalte mir weiterhin den Glauben an die gehweg- und richtungsfreie Fußgängerzone, dann kann ich weiterhin gemütlich radeln.
    Ich sollte mich nur mal kundig machen, wie man mit den Ordnungsgeldern und deren Eintreibern zu verfahren hat.

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