Jun 23 2010

GEZ und Kulturflatrate

Die Diskussion um eine Kulturflatrate läuft ja jetzt schon ein paar Jährchen. Aber die kürzlich beschlossene Änderung der GEZ-Gebühren-Struktur ließ mich mal wieder darüber nachdenken. Falls es jemand nicht mitbekommen haben sollte, die GEZ wird ab 2013 geräteunabhängig erhoben, d.h. jeder Haushalt muss zahlen, egal ob ein Fernsehgerät, ein Radio, ein PC oder ein internetfähiger Toaster vorhanden ist. Siehe z.B. diesen Artikel auf Basic Thinking.

Das kommt ja einer Kulturflatrate schon irgendwie nahe. Zwar nur beschränkt auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, aber dennoch… Und ich muss sagen, ich finde die Idee einer Kulturflatrate gar nicht so übel — unter ein paar Voraussetzungen und Bedingungen, die ich gleich erläutern werde. Fefe schreibt auf seinem Blog dazu ganz treffend:

So machen wir das auch überall sonst, wenn es um Kulturgüter geht. Bibliotheken, Theater, Oper, Kleinkunst, das finanzieren wir alles über Steuern. Jeder zahlt das. Nur ein Bruchteil der Bevölkerung nutzt es. (Falls jetzt jemand einwenden will, dass man bei der Oper Eintritt zahlt: das bezahlt wenn es hochkommt die Putzkolonne und vielleicht noch die Heizung.) Und das ist gut so.

Denn wenn man es so macht, dass nur Leute, die es nutzen, dafür zahlen, dann haben Leute einen Anreiz, es nicht zu nutzen, weil sie glauben, dann Geld sparen zu können. Und so stürzen Leute in die Verblödung ab. Oder mal anders formuliert: in die selbstverschuldete Unmündigkeit. Das ist das Gegenteil dessen, was wir erreichen wollen.

Ich finde allerdings, dass die GEZ dann auch als eine Art Kulturflatrate deklariert werden sollte, oder als eine Art Steuer, und nicht als Gebühr. Aber das sind mehr Wortklaubereien.

Zwei Sachen sollte man klären, bevor es eine Kulturflatrate gibt. Nein, formulieren wir es anders: Bei zwei Dingen bin ich mir nicht ganz im Klaren, wie eine Kulturflatrate denn aussehen sollte. Und eigentlich sind das genau die zwei Dinge die eine Kulturflatrate ausmachen. Einmal der freie Zugang zu Musik und andere digitalen Kulturobjekte. Und zweitens die Vergütung der Künstler.

Was sollte denn alles von einer Kulturflatrate betroffen sein? Sämtliche Musik? Sämtliche Filme? Rückwirkend alles was bisher veröffentlicht wurde? Und sollten nur bestimmte autorisierte Download-Seiten betroffen sein, oder sämtliche Kommunikation übers Internet? Da gibt es doch eigentlich nur zwei machbare Lösungen:

  • Entweder komplett alles ist frei verfügbar über alle Kanäle,
  • oder nur (wie auch immer) ausgewählte Inhalte sind frei verfügbar über bestimmte Downloadportale.

Alles andere würde in unnötigen oder unstemmbaren Aufwand ausarten.

Die zweite Sache – die Vergütung. Irgendwie müssen die Künstler ja an ihr wohlverdientes Geld kommen. Und das ganze möglichst gerecht. Gerecht heißt hier wohl proportional zur Menge der Downloads, oder? Vielleicht gibt es noch ein besseres Modell, aber nehmen wir mal dieses an. Da haben wir gleich wieder zwei Probleme: Wie findet man heraus, wie oft ein Stück heruntergeladen wurde? Und wie verhindert man Mussbrauch?

Wie man herausfindet, wie oft ein Stück heruntergeladen wurde, hängt natürlich davon ab, welche Variante von den beiden oben genannten gewählt wurde. Wenn alle Downloadarten unter die Kulturflatrate fallen, dann helfen wohl nur irgendwelche Heuristiken zur Popularität des Künstlers und des Stücks. Wenn man Downloads nur über bestimmte Kanäle zulässt, dann lässt sich das leichter und genauer bestimmen.

Missbrauchen lässt sich das ganze aber in beiden Varianten. Wenn bekannt ist, wie die Heuristiken bestimmt werden, dann kann man auch künstlich dafür sorgen, dass ein Künstler beliebter erscheint, als er in Wirklichkeit ist, genauso wie man bspw. das Google-Ranking beeinflussen kann. Bei der zweiten Variante könnte ein “Künstler” z.B. unzählige Stücke ohne besondere Schöpfungshöhe automatisiert erstellen, und dafür sorgen, dass sie heruntergeladen werden (Bot-Netze, Fake-Accounts, wieauchimmer). Wollte man letzteres aber verhindern, müsste man Künstler aus dem Ganzen aussperren, was aber fast Zensur gleichkommt.

Irgendwie funktioniert das in meinem Kopf noch nicht… Vielleicht finden ja aber andere Leute eine gangbare Lösung.


Mrz 8 2010

Arsen und Schneegestöber

Skifahren in GaltürEin kleiner Rückblick meines Wochenendes:

Samstag war ich in Galtür beim Skifahren. Leider war vormittags das Wetter so schlecht (Sturm und Schnee), dass das Fahren keinen Spaß gemacht hat. Mein Schal war steifgefroren, meine Finger haben so wehgetan, dass mir fast schlecht wurde, mir war kalt. Aber nach einer Gulaschsuppe war das Wetter zum Glück wieder schön, die Sonne schien und der Schnee war wunderbar… :D So hätts den ganzen Tag sein können, meinetwegen.

Am Sonntag abend war ich in der Komödie und hab Arsen und Spitzenhäubchen gesehen. Das wird immerhin schon seit Ende 2008 hier gespielt, und war dennoch nahezu ausverkauft. Es lohnt sich wirklich. Ist ein sehr amüsantes Stück und eine sehenswerte Inszenierung!


Jan 24 2010

Shanghai 7

Ein kleiner Nachschlag noch zu meiner Shanghai-Reise im Dezember. Ich hoffe, ich habe das noch nicht erzählt.

Der Hinflug war eigentlich doch ganz spannend. Bei einem Flug waren die Sauerstoffmasken-Klappe über einem Platz schon geöffnet. Die Masken wurden dann von den Stewardessen wieder hineingestopft und die Klappe mit Klebeband fixiert. Hoffentlich hatte der Mann, der da saß, keine Flugangst.

Außerdem war bei dem anderen Flug (wir mussten in Istanbul umsteigen) eine Person zu viel an Bord. Ich weiß nicht warum. Vielleicht haben die Leute am Check-In etwas vermasselt, oder einer hat das falsche Gate erwischt und ist ins falsche Flugzeg eingestiegen.

Das erinnert mich an einen Theaterbesuch vor einigen Jahren, wo eine Familie zu uns kam und sagte, wir säßen auf ihren Plätzen. Wir haben dann Theaterkarten verglichen, und tatsächlich: die Karten waren für die selben Plätze wie unsere. Es stellte sich dann heraus, dass die Familie am falschen Tag ins Theater gegangen war. Die Dame am Einlass hatte das wohl nicht bemerkt.

Im Theater kann sowas mal passieren. Am Flughafen sollte das eigentlich nicht so sein. Hierzu empfehle ich den Artikel auf psyfessional zu dem kürzlichen Vorkommnis am Münchner Flughafen.

Hier noch relativ zusammenhangslos zwei Quallen, die ich im Shanghai Ocean Aquarium getroffen habe: