Mrz 31 2010
Ich hatte ja in einem vergangenen Artikel unserem Bischof Mixa widersprochen, der einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch strikt geleugnet hat. Mit diesem Widerspruch meinte ich natürlich nicht, dass der Zölibat der Hauptgrund für Kindesmissbrauch sei, und ich konnte auch nicht belegen, dass zölibatäres Leben sowas zumindest fördert.
Dazu bräuchte man entweder gute Statistiken zu Kindesmissbrauchsfällen, oder eine diesbezügliche Studie. Letzteres gibt es anscheinend. Darauf hat mich die “Außenansicht” des emeritierten Professors für ökumenische Theologie Hans Küng in der Süddeutschen Zeitung vom 17. März gebracht. Darin verweist Küng auf die 25 Jahre langen Studien von Richard Sipe. Diese Studien belegen, dass die “zölibatäre Lebensform [...] pädophilen Neigungen Vorschub leisten” kann. Der Text ist hier auch online verfügbar.
Auf http://www.richardsipe.com/ werden anscheinend die Ergebnisse dieser Studien vorgestellt. Ich habe momentan leider keine Zeit, das zu lesen. Daher gebe ich das mal unbesehen weiter.
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Mrz 5 2010
Am 2. März hab ich im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung einen interessanten Text des britischen Historikers Tony Judt “über den politischen Tunnelblick bei der Betrachtung des Terrorismus” gelesen. Darin kritisiert der Autor unter anderem, dass in den letzten Jahren immer wieder pauschal von “islamistischem Terrorismus” gesprochen wird, und bringt in diesem Zusammenhang folgenden schönen Vergleich:
Das ist in etwa so, als würde man die Roten Brigaden, die Baader-Meinhof-Bande, die provisorische IRA, die ETA, die jurassischen Separatisten und die Nationale Befreiungsfront von Korsika zusammenrühren, das Ergebnis als “europäischen Extremismus” bezeichnen und dann dem Phänomen politischer Gewalt in Europa den Krieg erklären.
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Feb 21 2010
Unser Mixa mal wieder…
Da les ich am Mittwoch in der Süddeutschen seine Äußerungen zu den aktuellen Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche (S. 6, “Mixa geißelt die Medien”; voriger Link führt zu einem ähnlichen Text). Mixa hat gesagt, dass die zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit an den Kindesmissbrauchsfällen “sicher nicht unschuldig” sei. Kann schon sein. Vielleicht hat das die Hemmschwelle herabgesetzt. Vielleicht hat es aber auch zu einer offeneren und aufgeklärteren Gesellschaft geführt. Oder so. Wie auch immer. Diese Aussage find ich so ja ganz in Ordnung, aber zusammen mit Mixas strikter Leugnung eines Zusammenhangs zwischen Zölibat und Pädophilie wird das ganze natürlich etwas schief. Daher wurde Mixa ja auch von Kirche und Politik kritisiert.
Ich meine, man kann genausowenig einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindsmissbrauch strikt leugnen wie man klar der sexuellen Revolution die Schuld zuschieben kann. Zumal die Organisation der Kirche anscheinend ja auch sehr geübt im Verschweigen von Missbrauchsfällen ist.
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