Apr 12 2010

Fasst den Papst!

Den Papst hinter Gitter bringen wegen Verbrechen gegen die Menschenwürde? Interessante Idee… Siehe auch den Kommentar von Richard Dawkins selbst.

(via Fefes Blog)

Bild von Martina Mörtl. Creative Commons License


Mrz 31 2010

Studie zum Zölibat

Ich hatte ja in einem vergangenen Artikel unserem Bischof Mixa widersprochen, der einen Zusammenhang zwischen Zölibat und Kindesmissbrauch strikt geleugnet hat. Mit diesem Widerspruch meinte ich natürlich nicht, dass der Zölibat der Hauptgrund für Kindesmissbrauch sei, und ich konnte auch nicht belegen, dass zölibatäres Leben sowas zumindest fördert.

Süddeutsche ZeitungDazu bräuchte man entweder gute Statistiken zu Kindesmissbrauchsfällen, oder eine diesbezügliche Studie. Letzteres gibt es anscheinend. Darauf hat mich die “Außenansicht” des emeritierten Professors für ökumenische Theologie Hans Küng in der Süddeutschen Zeitung vom 17. März gebracht. Darin verweist Küng auf die 25 Jahre langen Studien von Richard Sipe. Diese Studien belegen, dass die “zölibatäre Lebensform [...] pädophilen Neigungen Vorschub leisten” kann. Der Text ist hier auch online verfügbar.

Auf http://www.richardsipe.com/ werden anscheinend die Ergebnisse dieser Studien vorgestellt. Ich habe momentan leider keine Zeit, das zu lesen. Daher gebe ich das mal unbesehen weiter.

Bild von Wikimedia Commons. Creative Commons License.


Mrz 2 2010

Katholische Kirche, was jetzt?

Kirche St. Johannis in LüneburgNach den jetzt zutagetretenden Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche müssen die ganzen Fälle natürlich untersucht, aufgearbeitet und bestraft werden.

Aber genauso muss man sich fragen, wie man dafür sorgen kann, solche Missbrauchsfälle in Zukunft einzudämmen. (Sie ganz zu verhindern ist, realistisch betrachtet, nicht zu erwarten.)

Wenn das stimmt, was ich bei Fefe gelesen habe, nämlich dass der Vatikan 1962 die Bischöfe der ganzen Welt instruiert hat, Missbrauchsfälle geheimzuhalten, und dass Ratzinger 2001 — damals als Präfekt der Glaubenskongregationin einem zweiten Rundschreiben bestätigt hat, dass dies weiterhin gelten soll, wenn das also stimmt, dann sollte zuallererst diese Geheimhaltungsweisung aufgehoben werden.

In dem Interview mit dem emeritierten Theologieprofessor Hermann Häring, von dem ich schon geschrieben habe, habe ich erfahren, dass mit den Staatskirchenverträgen den Kirchen einige Privilegien, aber auch eine gewisse Grauzone geschaffen wurde. Ich muss mir mal, wenn ich Zeit hab, durchlesen, was diese Verträge eigentlich umfassen, z.B. hier beim Institut für europäisches Verfassungsrecht der Uni Trier. Jedenfalls wäre es vielleicht an der Zeit, diese Verträge mal zu überdenken, zumal sie ja teilweise auch unter ganz anderen Voraussetzungen unterzeichnet wurden (siehe Reichskonkordat). Ich weiß auch nicht, wie sehr den Kirchen bei der Auslegung und Ausübung der Staatskirchenverträge auf die Finger geschaut wird, aber da sollte irgendeine Art von Kontrollinstanz her, falls es die noch nicht gibt.

Und drittens sollte mal ernsthaft über den Zölibat nachgedacht werden. Es wäre natürlich Unsinn, dem Zölibat die alleinige oder die Hauptschuld zuzuweisen, aber eine gewisse Mitschuld an dem Missbrauch trägt er bestimmt, denke ich — und damit bin ich nicht allein.

Foto von Manfred Hartmann Creative Commons License

[Update:] Zu diesem Thema siehe auch den Artikel bei Poised.