Jul 24 2009

Demokratie basiert auf Misstrauen

“Demokratie basiert fundamental auf einem Misstrauen der Bürger gegenüber dem Staat, autoritäre Regierungsformen basieren auf einem Misstrauen des Staates gegenüber den Bürgern.”

als Antwort auf Schäubles

“[Dem Staat im Internet Zensur- und Überwachungsabsichten zu unterstellen,] ist unredlich und schädlich: Es unterminiert das Vertrauen in staatliches Handeln, wenn der Staat in der Wahrnehmung seiner Schutzfunktion nicht als Quelle der Freiheit, sondern als deren Feind wahrgenommen wird.”

zu finden auf netzpolitik.org.
Sehr schön… :)


Jul 3 2009

Netzzensur

Ich musste immer schon etwas schmunzeln bei der Fernsehwerbung für den “N24 Internet Stick”, mit dem man mobil “im ganzen Internet” surfen könne. Aber jetzt, im Zuge der Internetsperren, bekommt das eine ganz neue Bedeutung. Könnte man sich jetzt bei N24 beschweren, wenn man nicht das “ganze Internet” sehen kann, sondern hier und da Stop-Schild-Seiten gezeigt bekommt? Ok, das ist albern, ich gebs zu…

Da fällt mir auf, so albern ist die Idee gar nicht, einen Internetzugang anzubieten, mit dem man nur Zugriff auf einen Teil des Internets hat. Bspw. könnte man ja nur Emails abrufen und senden können. Oder nur auf eine Handvoll ausgewählter Seiten Zugriff haben. Oder nur auf .de-Domains. Hm… eine Geschäftsidee? :D

Aber zurück zu den Internetsperren: Ich wollte eigentlich schon lange etwas zu Internetsperren und -zensur schreiben, doch dann wurde ich von der nicht enden wollenden Berichterstattung dazu in den verschiedensten Medien geradezu überrollt. Eigentlich wurde schon alles zu diesem Thema gesagt, deswegen sei hier für die, die mehr dazu lesen wollen, nur auf folgende Blogs verwiesen, bei denen man einiges dazu findet (und die auch sonst lesenswert sind):

Wenn man die Diskussion über die Netzsperren etwas verfolgt hat, dann konnte man eine gewisse Entwicklung in der Art der Berichterstattung und Kommentierung ausmachen. Während anfangs noch auf technische und eigentlich nebensächliche Aspekte, wie die drohende Verlangsamung des Internets hingewiesen wurde (Text bei dradio.de, Video-Interview bei netzpolitik.org), konzentrierte man sich später erst auf die eigentlichen Probleme.

Ein Problem habe ich manchmal mit den Argumenten gegen Netzsperren — also, ich bin auch dagegen, um das klarzustellen, aber es wurde dabei ein Argument verwendet, das ich eigentlich so nicht zulassen kann. Nämlich dass die jetzt eingerichtete Sperrinfrastruktur missbraucht werde könnte, um andere Inhalte zu zensieren. So sehr ich diese Angst teile, und obwohl von manchen Politikern ja schon angedeutet, bzw. teilweise recht offen angekündigt wurde, dass die Sperren nicht auf Kinderpornographie beschränkt bleiben, sollte man bedenken, dass dieses Argument ein Totschlagargument ist. Zu sagen, man dürfe etwas nicht tun/herstellen/anschaffen/entwickeln/wasauchimmer, weil es missbraucht werden könnte — das kann man auf so vieles anwenden…

Wie auch immer, ich stelle mich schon auf eine Zukunft ohne ein so freies Internet ein, wie wir es heute haben… *schwarzmal*


Feb 22 2009

Verstecken

Nicht nur Blinde Kuh ist ein gefährliches Spiel, wie ich vor zweieinhalb Wochen dargelegt habe, sondern auch Verstecken, zumindest in China, siehe “Tödliches Versteckspiel”. Andererseits kommt man in China manchmal gar nicht drum herum, versteckzuspielen, etwa wenn man bei der Fotocommunity ein Bild hochladen will, das (aus vollkommen unpolitischen Gründen) das Wort “Tibet” im Titel trägt, siehe dieses Foto von meinem Vater, das er nur unter falschem Titel einstellen konnte, dank der Internetzensur Chinas. Hierzulande wird ja auch (zum Glück aus anderen Gründen) über die Internetzensur diskutiert. Sosehr ich zwar grundsätzlich gegen jede Form der Internetzensur bin, so glaube ich doch, dass eine solche Zensur in welcher Form auch immer kommen wird, genauso wie die deutschen Freihäfen langsam abgeschafft werden, und genauso wie das Schweizer Bankgeheimnis bröckelt.