Archiv für den Monat: November 2010

An alle minderjährigen Diskogänger

Seit Anfang November gilt eine neue Version des Personalausweisgesetzes. Auf einen interessanten Punkt darin hat Udo Vetter in seinem Blog hingewiesen. Laut §1 des Gesetzes darf nämlich “nicht verlangt werden, den Personalausweis zu hinterlegen oder in sonstiger Weise den Gewahrsam aufzugeben”.

Das bedeutet, es darf beispielsweise in Diskos nicht verlangt werden, dass man seinen Perso abgibt, wenn man minderjährig ist. Ob der Türsteher allerdings von dieser Gesetzesänderung weiß, ist die andere Frage… :D

Demokratie und Diktatur

Dieser Artikel ist Teil 5 in der Reihe Direkte Demokratie

Eine (sehr radikale, pragmatische und pessimistische) Lösung zu dem im Artikel “Zu viel direkte Demokratie 4″ diskutierten Problem findet sich bei ad sinistram. Das Fazit dieses Textes: Es laufe letztlich aufs Selbe hinaus, ob man mehr Demokratie oder eine Diktatur einführt.

Aber da muss es doch eine bessere Lösung geben… :(

Wer lesen kann, ist nicht immer klar im Vorteil

Kürzlich las ich in der Süddeutschen darüber, dass es neurowissenschaftliche Erkenntnisse darüber gibt, was das Lesenlernen mit unserem Hirn anrichtet (Online-Version des Artikels). Anscheinend sind Menschen, die lesen können, nicht so gut in der Lage, Gesichter zu erkennen, wie Analphabeten. Ob damit auch die Frisurblindheit zusammenhängt, bleibt noch zu untersuchen.

GEMA

Von der GEMA liest man in letzter Zeit wieder schlimme Dinge. Wobei – ich halte das schon für berechtigt, von jedem, der für nicht private Zwecke Lieder aus Liederbüchern kopiert, Geld zu verlangen, damit die Urheber der Lieder für ihre Arbeit vergütet werden können. Ob es sich dabei jetzt um einen Kindergarten handelt, sollte zunächst mal egal sein.

Nur könnte man dann natürlich sagen, dass Kindergärten, Schulen und ähnliche Einrichtungen das nicht selber bezahlen müssen sollten, sondern dass die Gebühren übernommen werden von der Gemeinde oder dem Staat. Gezahlt werden sollten sie, finde ich, egal von wem. Und solange es kein solches Abkommen gibt, dass die Gebühren übernommen werden, sollen Kindergärten auch zahlen müssen.

Eine andere Frage ist, ob die Gebührenberechnung der GEMA gerecht und angemessen ist. Das weiß ich nicht, da kenne ich mit den Tarifen nicht gut genug aus.

Ein ganz anderes Problem ist, dass die GEMA, auch wenn man nur Musik von Nicht-GEMA-Künstlern aufführt oder spielt, erstmal behauptet, man müsste was bezahlen, und man sie erstmal vom Gegenteil überzeugen muss.

Und noch ein Unding der GEMA ist, dass man nur entweder alle seine Werke von der GEMA vergüten lassen kann oder keines. Das hat zur Folge, dass Musiker zum Beispiel nicht ohne weiteres einen Song schreiben und aufnehmen können, und ihn dann kostenlos im Internet zum Download anzubieten. (Hab ich jedenfalls mal wo gehört.)

Das sind Punkte, wo man meckern könnte, aber doch nicht, wenn die GEMA gerechtfertigterweise Geld eintreiben will… :\

Zu viel direkte Demokratie 4

Dieser Artikel ist Teil 4 in der Reihe Direkte Demokratie

Gestern habe ich in der Augsburger Stadtzeitung, die mal wieder meinen Briefkasten verstopft hat, gelesen, dass die Diskussion um den Königsplatzumbau die Augsburger Gesellschaft spalte, oder so. Davon merke ich eigentlich nichts. Ich muss sagen, ich kenne jetzt niemanden, bzw. ich weiß von niemandem, der für die Tunnellösung wäre. (Falls unter meinen Lesern ein Tunnelbefürworter ist, bitte melden!) Auch die Stadtzeitung ist offenbar für einen sofortigen Umbau und gegen den Tunnel, wie man ihrer nur oberflächlich objektiven Berichterstattung entnehmen kann.

Naja, wie auch immer… Kürzlich habe ich per Briefwahl an den beiden Bürgerentscheiden teilgenommen, die Ende November hier in Augsburg stattfinden werden. Zwei Bürgerentscheide zum gleichen Thema. Die Frage des einen Entscheid ist es, ob mit dem Umbau des Königsplatzes und Hauptbahnhofs sofort und ohne Tunnel angefangen werden soll. Der zweite Bürgerentscheid fragt, ob ein Tunnel gebaut werden soll. Da es ja durchaus sein kann, dass sich die Ergebnisse der beiden Bürgerentscheide widersprechen, gibts auf dem Stimmzettel noch eine weitere Frage zu beantworten, nämlich:

Falls die beiden Bürgerentscheide 1 und 2 in einer miteinander nicht zu vereinbarenden Weise jeweils mehr Ja- als Nein-Stimmen erhalten: Welche Entscheidung soll dann gelten?

Ich hoffe jedenfalls, dass danach endlich mal mit dem Umbau begonnen wird. Ob jetzt mit Tunnel oder ohne. Es gab ja schließlich vor drei Jahren schon mal einen Bürgerentscheid, der den Umbau erfolgreich verzögert hat.

Und damit kommen wir direkt zum nächsten Teil der Reihe zur direkten Demokratie. Diesmal Punkt 5 von der Liste hier.

5. Das Volk muss manchmal vor dem Volk geschützt werden.

Und da muss man gar nicht ins Dritte Reich oder in die Schweiz schauen, wie das bei F!XMBR getan wird. Dazu reicht es mir, anzusehen wie viele Leute sich von Formaten wie Tatort Internet in die Irre führen lassen und wie viele Leute all das, was in der Bild steht für bare Münze nehmen. Und es reicht mir, mich daran zu erinnern, wie bei dem Bürgerentscheid vor drei Jahren viele Leute dazu gebracht wurden, für eine Neuplanung des Königsplatz-Umbaus zu stimmen, und zwar mit dem meiner Meinung nach unsinnigen Argument, dass bei der ursprünglichen Planung Bäume gefällt werden müssen. (Unsinnig deswegen, weil erstens für die gefällten Bäume wieder neue Bäume im Stadtgebiet angepflanzt werden müssen, und weil zweitens nach einer Neuplanung mit Sicherheit auch Bäume gefällt werden müssen.)

Diese Kritik impliziert aber, dass es jemanden gibt, der weiß, was für das Volk gut ist. Idealerweise sollte das die Regierung sein. Allerdings, wer kann denn beurteilen, wer das weiß? Idealerweise sollte das das Volk tun, schließlich leben wir in einer Demokratie. Das funktioniert aber wiederum nicht. Eine Lösung wäre letztenendes sowas wie Platons Philosophenstaat, wobei das schon sehr radikal ist.

Hm, am besten führen wir vielleicht wirklich die Monarchie wieder ein… :D

Jukevox

Letztens war ich wieder auf einem Konzert von Jukevox, der A-cappella-Band aus Augsburg. (Naja, ich kenn nur die eine… :D ). Zuvorkommenderweise war das Konzert auch gleich bei mir um die Ecke im Raben im Abraxas.

Highlight des Abends war für mich ihre Interpretation des EAV-Klassikers Fata Morgana.

Da fällt mir ein, ich wollte schon lange mal nachschauen, was eigentlich das “Inschallah” bedeutet, das Hadschi Halef Ibrahim und die Geier im Lied sagen. Aha! Das heißt anscheinend “So Gott will”. Außerdem fällt mir ein, dass ich schon seit jeher mal auf ein Konzert der EAV gehen wollte, es aber irgendwie nie getan hab. Muss ich unbedingt nachholen, solange es die noch gibt. Die werden ja auch nicht jünger…

Aber ich wollte ja eigentlich über Jukevox schreiben. Ach, am besten ist immer, einfach auf ein Konzert zu gehen. Zum Beispiel am 12. Dezember 2010 um 18 Uhr in die 12-Apostel-Kirche in Hochzoll-Süd, Augsburg. Das ist ein Advents-Doppelkonzert zusammen mit CASH-N-GO. Karten muss man hier bis zum 30. November reservieren.

P.S. Mir ist eingefallen, dass ich doch noch eine Augsburger A-Cappella-Band kenne. Aber ich weiß nicht, ob es die noch gibt. Die hieß Sixpäck. Irgendwo in den Tiefen meines CD-Regals findet sich auch noch eine CD von denen…

Tac und so

Vergangenen Samstag waren wir auf der Spielwies’n in München. Mal abgesehen davon, dass ich nächstes Mal daran denken muss, was zum Essen und Trinken mitzunehmen bei den horrenden Preisen dort, wars ein wirklich schöner spaßiger Tag.

Das erste Spiel, das wir getestet haben, war TAC. Das ist im Prinzip wie Mensch-ärgere-dich-nicht, nur mit Karten und in Zweier-Teams. Dass man nicht einfach nur auf Würfelglück hoffen muss, sondern taktisch aus seinen Handkarten auswählen kann, und die interessanten Zugmöglichkeiten (rückwärts ziehen, zwei Figuren tauschen, vorigen Zug rückgängig machen…) machen das Spiel allerdings wirklich interessant und deutlich spannender (aber auch schwieriger) als Mensch-ärgere-dich-nicht.

Allein der stolze Preis von 55€ aufwärts, für den man allerdings auch ein sehr schönes Spielbrett, hochwertige Spielkarten und schöne Spielfiguren (bzw. -murmeln) bekommt, hält mich noch von einem Kauf ab. Aber es wird mal auf die Weihnachtswunschliste gesetzt.

Gespielt haben wir auch Junta, das uns allerdings keinen Spaß machte, nachdem der Typ von Pegasus Spiele es uns wohl irgendwie falsch erklärt hatte… Ich hab allerdings gewonnen… :D

Sehr spaßig war dagegen die “Burgfräulein und Drache”-Erweiterung von Carcassonne. Und das Straßenbahnlinienbauen bei Linie 1 hat mir zumindest auch Spaß gemacht.