Ich war kürzlich in Tim Burton’s Alice im Wunderland. Auf jeden Fall sehr sehenswert der Film
Was mich allerdings ein wenig gestört hat, war dass die Namen nicht konsequent eingedeutscht wurden. Der Jabberwocky und der Bandersnatch hätten durchaus Zipferlak und Schnatterrind genannt werden können, nach der Übertragung von Christian Enzensberger. Es wurde ja schließlich auch “Blumer Tag” gesagt und nicht “frabjous day”. Ok, der Vergleich hinkt, aber das müssen Vergleiche nun mal.
Wer sich übrigens die Geschichten von Lewis Carroll zulegen will, dem sei das Buch “Alles über Alice” von Martin Gardner ans Herz gelegt, bzw. dessen Originalausgabe “The Annotated Alice: The Definitive Edition”. Das Buch enthält die beiden Alice-Geschichten Carrolls, und zwar ausführlichst kommentiert. Das Buch ist wirklich sehr interessant zu lesen.

Dem habe ich im wesentlichen nichts hinzuzufügen, der ich mir den Streifen am Montag in 3D – mein erstes Erlebnis in dieser neuen Filmtechnik – zu Gemüte führte. Leider wird man über Übersetzungen immer streiten können und zum Ende nie mit ihnen zufrieden sein, gerade wenn es um Namen wie die beschriebenen handelt, die mit viel Hintergrund komponiert sind und nur selten kongenial übersetzt werden können, manchmal aber hervorragend neu nachkonstruiert.
Trotzdem ist auch das manchmal nicht gut, wie ich an einem schlechten Beispiel erläutern möchte: unlängst sah ich in einer “Die wilden 70er”-Folge Kitty sagen “Oh Gott, ich bin mit Mr Weihnachtshasser verheiratet, ich bin Mrs Weihnachtshasser.”. Beziehungsweise war das, was ich sie sagen hörte, während ich sie natürlich Mr und Mrs Grinch sagen sah. Man fühlte sich offenbar damals noch genötigt, den Hintergrund zu erläutern, wohingegen heute die Auslassung des inzwischen halbwegs ins Allgemeinwissen übergegangenen Namens merkwürdig anmutet.
Ich gebe zu, das macht das Problem nicht wirklich einfacher.
Noch ein Wort zu 3D, was für mich wie gesagt neu war. Die Effekte waren definitiv beeindruckend und in diesem Film als auch oft surreal überzeichnend wirkende Momente sehr schön in ihrer Wirkung. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man einen “normalen” Film in 3D auch normal wirken machen kann. Was mich beispielsweise störte, war der 3D-Effekt zusammen mit der üblichen Bildsprache über Tiefenschärfe. Wir sind es gewöhnt, im Film das scharf zu sehen, was wichtig ist, aber wir sind es auch gewöhnt, dass unser Sehen uns vorspiegelt, in der Realität alles scharf zu sehen, egal wo wir genau hinsehen. Das hat der Film nicht getan, die Landschaft war also tatsächlich weiter hinten, aber entgegen der Seherfahrung war sie nicht scharf.
Vielleicht lag es an der Tiefenschärfe, die du ansprichst, dass ich die Dreidimensionalität bei diesem Film als nicht so gut umgesetzt empfunden habe, wie es z.B. bei Avatar der Fall war. (Avatar ist im übrigen wirklich sehenswert. Nicht wegen der Handlung, sondern wegen dem, wie ich finde, sagenhaften 3D-Erlebnis.) Vielleicht lag es aber auch an der späten Stunde und meiner damit verbundenen Müdigkeit.
Ob mit dem ganzen zusammenhängt, dass der Film nicht in 3D gedreht sondern nachträglich 3D-isiert wurde, weiß ich nicht.