Heute habe ich versucht, aus der Stadt nach Hause zu kommen. Dummerweise hatte ich vergessen, dass heute ja die Nazi-Demo war und die Gegendemo und der Aktionstag Vielfalt in der Friedesstadt, und was auch immer noch. Aber selbst wenn ich daran gedacht hätte, hätte ich nicht gedacht, dass dadurch der gesamte öffentliche Nahverkehr zum erliegen kommt, zumindest der in Richtung Norden.
Meine Vorstellung des Genehmigunsverfahrens einer Demo ist die folgende: Der Antrag wird gestellt und geprüft. Insbesondere wird der geplante Weg geprüft, den der Demonstrationszug nehmen soll. Da schaut man dann unter anderem, welchen Einfluss das auf den Straßenverkehr hat, vielleicht auch in Rücksprache mit Polizei und den Verkehrsbetriebe, und ändert den Verlauf gegebenenfalls ab. Wie auch immer, jedenfalls hätte ich gedacht, dass spätestens nach der Genehmigung der Demo die Verkehrsbetriebe über den geplanten Verlauf informiert werden, damit diese sich um einen Ersatzfahrplan kümmern können. Soweit meine Vorstellung.
Die Realität sah so aus: Ich sitz am Moritzplatz und es kommt eine Durchsage, dass die Linie 2 auf der Strecke durch Busse ersetzt wird. Ok, warte ich ein bisschen. Es kommt nix. Auf der Tafel steht bei der Linie 2 “kein Betrieb”. Hm… Na gut, lauf ich halt zum Kö, vielleicht fahren die Busse über die Strecke der Linie 4. Am Kö steht an den Tafeln bei der Linie 2 auch “kein Betrieb”. Da denk ich mir, fahr ich eben mit der Linie 4 bis zur Wertachbrücke und lauf von da aus heim. Da ist mir erst aufgefallen, dass anscheinend nichts mehr fuhr. Fast überall stand “kein Betrieb”. Ok, lauf ich eben zur City-Galerie und fahr mit dem 35er. Aber da unten fuhr auch nix.
Irgendwas muss da gründlich schiefgelaufen sein. Entweder die Genehmigung der Demo-Strecken, oder der (nicht wirklich vorhandene) Ersatzplan der Stadtwerke, oder wasweißich.
Auf besagtem Aktionstag Vielfalt in der Friedesstadt war ich auch kurz. Ein paar Fressstände, ein bisschen Parteiwerbung, und Kinderbespaßung vom Abenteuerspielplatz. Dazu live-Musik und ein paar Leute die mit Bratwurstsemmeln in der Sonne stehen. Im Flyer dazu heißt es:
Wir müssen aktiv werden und deutlich machen, dass Augsburg kein Ort extremer politischer Agitation ist. Mit dem Aktionstag “Vielfalt in der Friedensstadt” auf dem Rathausplatz und weiteren Plätzen in der Innenstadt wollen wir dafür ein Zeichen setzen.
Ah ja, dazu passen natürlich Parteiwerbung und Imbissbuden. ![]()
Aber vielleicht bin ich auch nur zu müde und von dem Chaos im öffentlichen Nahverker zu gestresst, um das richtig zu würdigen… Jetzt leg ich mich erstmal schlafen…

Mein Vorschlag wäre gewesen: Hauptbahnhof Augsburg und mit dem Zug bis zum Bahnhof Oberhausen
Das wäre in der Tat die einzige Möglichkeit gewesen, ohne zu warten oder zu laufen nach Hause zu kommen. Aber ich hatte nicht ernsthaft damit gerechnet, dass auch der 35er nicht fährt.