Bezahlinhalte im Internet

Über Carta stieß ich auf ein sehr sehenswertes Video-Interview mit dem Schweizer Verleger Urs Gossweiler zum Thema “Bezahlinhalte im Netz”. Die zwanzig Minuten des unten eingebetteten oder im Hauptstadtblog zu findenden Videos lohnen sich gesehen zu werden, auch wenn man sich erst mal an den schweizer Akzent gewöhnen muss.

Es geht in dem Interview um Zeitungen und deren Online-Versionen. Die wesentliche Aussage von Gossweiler ist es, dass es nicht funktioniert, Leute für Online-Inhalte von Zeitungen bezahlen zu lassen, da sie bei den Printausgaben ja auch nicht die Inhalte bezahlen, sondern die Druck- und Lieferkosten, während die Inhalte im Print über die Werbung finanziert werden. Ziemlich am Ende des Interviews bringt Urs den folgenden schönen Vergleich: Wenn Google für seine Suchmaschine Geld verlangen würde, ein Abonnement einführen würde, vielleicht auch nur für bestimmte, exklusive Inhalte, und vielleicht auch nur für 1 Cent im Monat, dann wäre Google in 3 Monaten nicht mehr die größte Suchmaschine im Netz. Wenn es also Google nicht schafft, für Inhalte Geld zu verlangen, wie sollen das andere schaffen?

Gut, es ist ein Vergleich, und Vergleiche hinken, und dieser Vergleich hinkt sogar auf mehreren Beinen. Aber ich finde ihn dennoch gut. Allerdings ist diese Diskussion auf Zeitungen beschränkt, und Gossweiler räumt ein, das das etwa für Magazine so nicht gilt.

Wie ist das denn mit der Werbung im Internet? Ich klicke nicht (zumindest nicht absichtlich) auf Werbung im Internet. Das heißt, Werbung erreicht mich nur unbewusst, oder wenn sie geschickt plaziert ist. Geschickt plaziert ist sie, wenn man sie entweder nicht gleich als Werbung erkennt oder wenn sie einem unweigerlich ins Auge springt. Letzteres ist schrecklich anzusehen und wirkt oft unseriös. Ersteres erinnert mich an die Fernsehzeitschrift, die meine Eltern abonniert haben. Dort ist ab und an dem Titelblatt ein zweites Titelblatt vorgeheftet, das das gleiche Bild trägt, in dem die Schlagzeilen aber durch Werbebotschaften ersetzt sind. Das hat mich schon manches Mal ein bisschen verwirrt…

Ohne den Bogen wieder zu Internetwerbung zurückschlagen zu wollen, hier noch das Video. Und jetzt muss ich weiter an meiner Dissertation arbeiten…

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Der Artikel Bezahlinhalte im Internet von Tobias Wichtrey ist, wenn nicht explizit anders erwähnt, unter folgender Lizenz veröffentlicht: Creative Commons Attribution-Noncommercial-No Derivative Works 3.0 Germany License.

Ein Kommentar zu “Bezahlinhalte im Internet”

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